Bands von A-Z | Wir sind Helden




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Noch ohne Plattenvertrag promoten sich Wir sind Helden vor ihrem Durchbruch mit "Guten Tag" selber. Sie verschenkt selbstgemachte T-Shirts und Aufkleber und produziert den Video-Clip für "Guten Tag", die erste Single, in Eigenregie. Die Mühe lohnt sich: wenig später spielt MTV den Song auf Heavy Rotation.


Pop/Deutschpop, Rock/Deutschrock, Indie-Pop, Pop-Rock



 


 

Wir sind Helden Biografie

Im Jahr 2003 traten Wir sind Helden in Deutschland eine „neue deutsche Welle“ los: Mit ihrem Debütalbum „Die Reklamation“ machten sie deutschen Pop-Rock wieder salonfähig und ebneten vielen deutschen Acts wie Juli und Silbermond den Weg.

Kennengelernt haben sich die Musiker Judith Holofernes, Pola Roy, Jean-Michel Tourette und Mark Tavassol beim Popkurs Hamburg, einem Workshop der Hochschule für Musik und Theater. Judith Holofernes suchte musikalische Unterstützung für ihren Gesang und fand sie bald in ihren drei späteren Bandkollegen. Zunächst wurde ein Berliner Radiosender auf „Guten Tag“, die erste Single der neuen Band, aufmerksam. Bald veröffentlichten Wir sind Helden ihre gleichnamige EP und vermarkteten sie ohne Label. 2003 erschien schließlich mit „Die Reklamation“ das erste Album der Helden bei Virgin im Vertrieb von EMI.

Wir sind Helden begeistern mit frischem Synthie-Pop und intelligenten Texten. „Die Zeit heilt alle Wunder“, stellt Judith Holofernes fest und textet mit „Müssen nur wollen“ einen fröhlichen Protest-Song auf die Durchhalte-Gesellschaft. Die Musik der Helden ist anders, fast spürt man einen Hauch von NDW-Charme. Das Album erreicht Platz zwei der deutschen Album-Charts. Mit „Von hier an blind“ kommt 2005 der Nachfolger in den Handel. Das Album stieg auf Anhieb auf Platz eins der Charts ein. Bereits nach wenigen Wochen ist der Platin-Status erreicht. Wir sind Helden schwimmen auf einer Erfolgswelle.

Noch hat jede erfolgreiche Band irgendwann den Versuch gewagt, auch international zu Erfolg zu kommmen. Wir sind Helden wollten das auch, doch sie wären keine Helden, würden sie es nicht auf unkonventionellere Art probieren. 2005 nehmen sie eine japanische Version des Songs „Von hier an blind“ auf. Auch an einer französischen Version des Liedes hatten sie gearbeitet. Darüber hinaus wurde der Markt in den USA angesteuert. Hier gelingt ihnen ein überraschender Erfolg: bei iTunes rangiert die Band aus Berlin zeitweise auf Platz 16. Das Download-Portal hatte die Tracks der Deutschen als Geheimtipp angepriesen.

Vier Jahre nach ihrem Debüt, im Frühjahr 2007, veröffentlichte die Band mit „Soundso“ ihr drittes Album. Welche Themen behandelt man noch, wenn man sich bereits textlich und musikalisch mit der Kommerz-Kritik, scheinbar perfekten Beziehungen und dem Leben an sich beschäftigt hat? "Ich habe mich immer dafür interessiert, was Menschen glücklich macht, was wir alles ausprobieren, um glücklich zu werden, und wie Vieles davon nicht funktioniert“, sagt Judith Holofernes und zeigt auf „Soundso“ auf, dass viele unserer Vorstellungen von der Welt und uns selbst mit der Wirklichkeit so gar nichts zu tun haben.

Mit „Bring mich nach Hause“ präsentieren Wir sind Helden 2010 bereits Album Nummer vier. Nach dem Touren für das „Soundso“-Album hatten sich die Musiker den Luxus gegönnt, in den Proberaum zu verschwinden und zu üben. „Wir wollten einen live-igeren Sound erreichen“ so Schlagzeuger Pola. Das Album ist melancholischer und dunkler geraten als seine Vorgänger. „Vielleicht ist dieses Album ein bisschen weniger Haha und dafür ein wenig mehr Hmmm“, bringt es Sängerin Holofernes auf den Punkt. Das Album steht seinen Vorgängern in Sachen Erfolg in nichts nach. "Bring mich nach Hause" kletterte bis auf den Spitzenplatz der deutschen Charts.