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Masken, Merchandising und furiose Live-Shows – das sind die Erfolgsfaktoren der bereits Anfang der Siebziger in New York gegründeten Rockband. Das Quartett kann sich auf seine Fans, zusammengeschlossen in der "Kiss Army", verlassen. So verkauft sich auch das 2009 veröffentlichte Album „Sonic Boom" sehr gut und sprintet in den deutschen Charts bis auf den vierten Platz. Seit Bandgründung haben Kiss da bereits über 80 Millionen Alben abgesetzt, zählen damit zu den erfolgreichsten Rockacts überhaupt.


Rock/Hard Rock, Heavy Metal



 


 

Kiss Biografie

Ihr Auftreten im Stil von Marvel-Comicfiguren ziehen die Glam-Rocker von Anfang an durch – richtig los geht es Anfang 1973 in New York. Paul Stanley, Gene Simmons, Ace Frehley und Peter Criss haben ihre ein Jahr zuvor gegründete Rock’n’Roll-Combo Wicked Lester gerade in Kiss umbenant und spielen ihre ersten Shows unter dem neuen Bandnamen. Die vier sind fleißig: In den Jahren 1974 und 1975 veröffentlichen sie ihr selbstbetiteltes Debüt sowie die Scheiben „Hotter Than Hell“ und „Dressed To Kill“.

Es sind aber in erster Linie die Live-Auftritte, die für Aufsehen sorgen. Basser Gene Simmons spuckt auf der Bühne im Wechsel Feuer und Kunstblut, Paul Stanley verarbeitet seine Gitarre gern zu Kleinholz, während der Sechssaiter von Ace Frehley scheinbar Feuer fängt. Peter Criss fährt derweil mit einem funkensprühendem Drumpodest in die Höhe.

Bezeichnenderweise kommt der Durchbruch bei den Plattenverkäufen mit einem Live-Album. „Alive!“ aus dem Jahr 1975 bringt die vier erstmals in die Top 10 der US-Charts. Im darauffolgenden Jahr setzen sie den Erfolg mit dem Studioalbum „Destroyer“ fort, das sich ebenfalls bestens verkauft und die Klassiker „Detroit Rock City“ und „Beth“ enthält. Das knallbunte Comic-Cover avanciert zum beliebten Motiv für zahlreiche Fan-Artikel. Überhaupt bietet das Merchandising-Imperium mittlerweile eine kaum überschaubare Zahl an Devotionalien – von Flipperautomaten über detailgetreue Puppen bis hin zu Halloween-Masken und Brettspielen ist alles dabei. Der Fanclub „Kiss Army“ erfährt regen Zulauf.

Mit dem Studioalbum „Dynasty“ liefern Kiss dann ihren großen Single-Hit ab: „I Was Made For Loving You“ verschmilzt gekonnt den bewährten Hardrock-Sound mit Disko-Einsprengseln und schafft es damit in Deutschland bis auf den zweiten Platz der Media-Control-Charts. Nach dem 1980er Longplayer „Unmasked“ ist das klassische Line-up erst mal Geschichte. Es kommt immer wieder zu Besetzungswechseln, einzige Konstante bleibt das Duo Simmons-Stanley. Nach Veröffentlichung von „Lick It Up“ im Jahr 1983 verabschieden sich Kiss für die nächsten Jahre auch noch von ihren Masken, bis dato das Markenzeichen der Band. Dennoch verkaufen sich die folgenden Alben teilweise ganz passabel. Der große Wurf bleibt aber aus.

Die Sensation kommt 1996: Kiss geben die Reunion in maskierter Originalbesetzung bekannt. Ihr Comeback setzen die PR-Profis gekonnt mit einer Pressekonferenz auf dem ausgemusterten Flugzeugträger „USS Intrepid“ in Szene. Danach geht es auf große Tour. Nach Veröffentlichung von „Psycho Circus“ 1998 gibt es wieder einige Besetzungswechsel, bis sich schließlich 2004 die Formation mit Eric Singer am Schlagzeug und Tommy Thayer an der Gitarre etabliert.

2009 erscheint bei Roadrunner Records der neue Studio-Longplayer „Sonic Boom“, der sich sehr gut verkauft und in den deutschen Charts bis auf den vierten Platz sprintet. Seit Bandgründung haben Kiss da bereits über 80 Millionen Alben abgesetzt, zählen damit zu den erfolgreichsten Rockacts überhaupt. (Thorsten Steer)