18.07.2012
Digital+Mobil
Hamburg/Dresden – musiclogistics hat eine Software-Lösung zur Direktvermarktung von digitaler Musik entwickelt. Labels können damit "die Vertriebskette verkürzen und höhere Reichweiten in der Onlinevermarktung erreichen", heißt es in einer Mitteilung von musiclogistics. Um die Weiterentwicklung sowie den Vertrieb der Software zu finanzieren, will musiclogistics über das Crowdfunding-Portal Seedmatch private Investoren finden.
musiclogistics entwickelt Widgets, die in Websites, Blogs und Social-Media-Portale eingebettet werden können. Über diese Widgets können Labels ihre digitale Musik dort verkaufen, "wo auch digitale Laufkundschaft ist", heißt es seitens musiclogistics.
Damit will musiclogistics den digitalen Vertrieb effektiver gestalten: Die Lizenzierung von Vertriebsrechten falle weg, Musiklabels verdienten mehr pro Download und durch die Kostenersparnis könnten Endkundenpreise gesenkt werden. So entstehe ein fairer Handel auf dem digitalen Musikmarkt. Auch kleine Labels und Nischen-Musik erhielten durch die Widgets von musiclogistics bessere Chancen, sich darzustellen.
Finanzierung durch Crowdfunding
Um die Software weiterzuentwickeln und zu vertreiben, sucht musiclogistics die Unterstützung von Privatpersonen. Über Seedmatch können sich User mit 250 Euro oder mehr an musiclogistics beteiligen. Insgesamt will musiclogistics 100.000 Euro erzielen. Die Finanzierungsrunde startet am 19. Juli auf seedmatch.de.
musiclogistics: Hintergrund
musiclogistics wurde von Felix Romahn gegründet. Die Idee, die klassische Vertriebskette zu verkürzen, kam Romahn während seiner Zeit als Label-Manager von Rüssl Räckords, dem Label von Otto Waalkes.
musiclogistics konzentriere sich vorerst auf den Heavy-Metal-Markt, der in Deutschland zehn Prozent des Gesamtmarkts ausmache, heißt es weiter. Wie musiclogistics-Gründer Felix Romahn gegenüber "Musikmarkt" verlautbarte, seien Shops für Nuclear Blast, AFM Records, Massacre und Lifeforce bereits online. Mit weiteren Labels befinde man sich in Gesprächen.