16.08.2012
Messen/Events
Köln – Auch wenn große Namen wie "Rock Band" (Harmonix) oder "Guitar Hero" (Activision) keine Verkaufsschlager mehr sind, gibt es noch Musikspiele, die sich innerhalb der Szene großer Beliebtheit erfreuen. VierPfeile, eine deutschsprachige Tanz- und Musikspiel-Community, hat es sich vor knapp zehn Jahren zur Aufgabe gemacht, den Musikspiel-Geist am Leben zu halten und den Gamern immer wieder ins Gedächtnis zu rufen, dass es da draußen noch zahlreiche Musikspiele zu entdecken gibt.
"Für die aktuelle Konsolen-Generation erscheinen kaum noch neue Musikspiele", erklärt Michael Markus, Mitgründer von VierPfeile, auf der gamescom 2012 im Gespräch mit "Musikmarkt". Auf mobilen Geräten wie Apples iPhone und iPad kämen allerdings regelmäßig neue Vertreter des Genres heraus. Die Entwicklungskosten für ein Mobile-Game seien vergleichsweise überschaubar und Melodien und Rhythmen ließen sich per Berührung intuitiv steuern. Die Preise der meisten Musikspiel-Apps seien niedrig angesetzt, innerhalb der App könnten User neue Songs hinzukaufen.
Das Spiel "ReRave" des Indie-Entwicklers Step Evolution etwa kostet im App-Store 79 Cent. Spieler können innerhalb von "ReRave" weitere Song-Pakete erwerben, die preislich zwischen 79 Cent und 2,39 Euro liegen. Das Spielprinzip ist simpel: Rotierende Knöpfe müssen im richtigen Rhythmus angetippt, gehalten oder verschoben werden.
Auch für "Rock Band" würden wöchentlich noch Songs zum Download erscheinen, so Michael Markus. Der Markt für neue "Rock Band"-Ableger sowie die vielen Gitarren-Controller sei jedoch weitgehend gesättigt. Die mobilen Musikspiele der unabhängigen Entwickler waren mit eigens für die Spiele produzierten, aber auch lizenzierten Songs auf. "Überwiegend sind das Songs unabhängiger Künstler. Die Lizenzen für Songs bekannter Acts sind nicht zu bezahlen", so Markus.
Über VierPfeile
VierPfeile gründeten sich allein aus Leidenschaft für Musikspiele. Seit die gamescom vor vier Jahren nach Köln kam, sind VierPfeile dort mit einem Stand vertreten. "Die Stadt Köln kommt uns hier entgegen. Ihr gefällt unser Enthusiasmus für Musikspiele. Außerdem sind sie froh, das große Angebot an Gewaltspielen auflockern zu können", erklärt Markus. Sogar einen in Deutschland kaum aufzutreibenden Arcade-Automaten mit dem Spiel "In The Groove 2" haben VierPfeile auf der gamescom 2012 aufgestellt: Spieler müssen mit ihren Füßen vier Pfeile im Takt des Beats drücken. Dieser Klassiker unter den Tanzspielen sei der Namensgeber für VierPfeile gewesen, so Markus.
Die Geschichte von Musikspielen
Um die Geschichte von Musikspielen nachzuerleben lohnt sich ein Besuch auf der Homepage von VierPfeile. Dort erfährt man unter anderem, dass bereits Mozart eine Art Musikspiel mit Würfeln entwarf, mit dessen Hilfe selbst Laien einen Walzer komponieren konnten. Und auch VierPfeile selbst schreiben Geschichte: 2013 wird die Musikspiel-Community zehn Jahre alt. Dann wird gefeiert, auch auf der gamescom 2013.