29.01.2013  Recorded Music  Digital+Mobil

YouTube vs. GEMA: 60 Prozent der beliebtesten Videos gesperrt | mit Video

 

Berlin/Hamburg – Wegen des Streits YouTube gegen die GEMA sind in Deutschland 61,5 Prozent der weltweit beliebtesten Videos gesperrt. Zu diesem Ergebnis gelangt das deutsche Unternehmen OpenDataCity, das laut eigenen Angaben Daten aus einer journalistischen Perspektive recherchiert und bearbeitet.

Auf einer eigens für den YouTube-GEMA-Konflikt eingerichteten Seite, stellt OpenDataCity eine interaktive Grafik bereit, aus der hervorgeht, dass insgesamt 61,5 Prozent der 1000 beliebtesten YouTube-Videos in Deutschland gesperrt sind. Tatsächliche Rechteprobleme bestehen allerdings nur bei 8,4 Prozent der Videos, beim Rest (53,1 Prozent) könnte es laut Ansicht von YouTube möglicherweise Rechteprobleme geben. Die GEMA und ihr Vorstandsvorsitzender Harald Heker betonten immer wieder, YouTube betreibe nichts als Stimmungsmache mit dem Hinweis, die GEMA sei für sämtliche Videos, die in Deutschland gesperrt sind, verantwortlich.

Update: Wenn YouTube die Wahrheit sagen würde

Komponist Hans Hafer sowie Labelchef Stefan Herwig haben ein Video auf YouTube veröffentlicht, dass klarstellt, weshalb Inhalte auf YouTube gesperrt werden.



OpenDataCity vergleicht die Ergebnisse aus Deutschland, wo sich die GEMA und YouTube bislang nicht einigen konnten, mit anderen Territorien. In diesem Vergleich liegt der Südsudan mit 15,3 Prozent gesperrten Videos auf Platz zwei. Im Vatikan werden 5,1 Prozent der YouTube-Videos gesperrt, in Afghanistan 4,5 Prozent. In allen anderen Ländern, die OpenDataCity einem Vergleich unterzieht – USA, UK, Österreich, Schweiz, Spanien, Frankreich –, liegt der Prozentsatz bei etwa einem Prozent.

YouTube vs. GEMA: Hintergründe

2007 erzielten die GEMA und YouTube eine Vereinbarung, die zur Nutzung des Weltrepertoires musikalischer Werke auf der YouTube-Plattform berechtigte. Die Vereinbarung lief zum 31. März 2009 aus. Seither scheiterten die Tarif-Verhandlungen zwischen YouTube und der GEMA. Es folgte eine Unterlassungsklage der GEMA gegen YouTube und den Mutterkonzern Google, die Verhandlungen liefen aber weiter. Im Mai 2010 wurden die Verhandlungen zwischen der GEMA und YouTube schließlich abgebrochen. Im August desselben Jahres lehnte das Hamburger Landgericht eine einstweilige Verfügung der GEMA gegen YouTube ab, schloss jedoch nicht aus, dass ein Unterlassungsanspruch der GEMA gegenüber YouTube bestehen könnte.

Daraufhin klagte die GEMA gemeinsam mit sieben weiteren Musikautorengesellschaften gegen YouTube. Danach waren die Fronten zunächst verhärtert. Anfang 2012 trafen sich die GEMA und YouTube wieder vor Gericht, als es um zwölf Songs ging, deren Löschung von der GEMA gefordert wurde. Da sich GEMA und YouTube in Sachen Lizenzierung nach wie vor nicht einigen konnten, äußerte sich auch die Branche zunehmend kritisch. So nahmen etwa Edgar Berger, President & CEO International Sony Music, oder der BVMI Stellung. Erneute Verhandlungen zwischen GEMA und YouTube liefen bis zum 14. Dezember – jedoch wurden die Gespräche über eine angemessene Vergütung der Urheber zum wiederholten Mal erfolglos abgebrochen.

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