08.10.2013  Recorded Music  Wirtschaft

YouTube: großzügig oder gierig? Was verdient man mit YouTube?

 

New York – Die Zeiten in denen YouTube Wachstum erzielen musste, sind vorbei. Heute hängen ganze Karrieren am weltweit größten Videoportal. Viele Urheber fordern eine höhere Beteiligung an den Einnahmen der Google-Tochter. YouTube selbst ist der Meinung, bereits viel Geld an Rechteinhaber auszuschütten.

Das US-Branchenmagazin "Billboard" ging der viel diskutierten Frage auf den Grund, ob YouTube zu wenig Geld an die Urheber der hochgeladenen Inhalte auszahle. Google selbst weist keine Zahlen für sein 2006 akquiriertes Tochter-Unternehmen aus. Laut Schätzungen der Barclays Bank werde YouTube in 2013 etwa 3,6 Milliarden US-Dollar Umsatz generieren. 2014 sollen es mit 4,3 Milliarden Dollar noch einmal 20 Prozent mehr sein.

YouTube: Soziales Netzwerk oder Vertriebsportal?

Wie man von Urheber-Seite immer wieder höre, zahle YouTube an seine Premium-Partner, also Nutzer, die eine bestimmte Anzahl von Klicks generieren, 55 Prozent der Werbeeinnahmen aus, heißt es bei "Billboard". 45 Prozent behalte das Videoportal ein. YouTube selbst habe diese Zahlen nicht bestätigt.

Ob 45 Prozent zu viel seien, hänge davon ab, ob man YouTube als Soziales Netzwerk oder Vertrieb von Inhalten betrachte, heißt es weiter. Verglichen mit Facebook und Co., die nichts von ihren Werbeeinnahmen an ihre Nutzer ausschütten, sei YouTubes Aufteilung geradezu großzügig. Distributoren wie iTunes, Google Play oder Xbox Live dagegen behielten nur 30 Prozent der Einnahmen und schütteten den Rest aus – im Vergleich dazu wirkten die 45 Prozent, die YouTube behalte, zu hoch.

Genug zum Leben?

Umgerechnet verdienten die Schöpfer der Inhalte 2,50 US-Dollar pro tausend Views. Um Einnahmen in Höhe des gesetzlichen Mindestlohns in den USA zu generieren, müsse ein Video 500.000 Views im Monat verzeichnen bzw. etwa sechs Millionen im Jahr. Die Geigerin Lindsey Stirling kann laut eigenen Angaben bequem von ihren Einnahmen leben. Ihr YouTube-Kanal wird von mehr als drei Millionen Nutzern, die täglich Views generieren, abonniert. Um sich ein nachhaltiges Tour-Geschäft aufzubauen, reichten die Einnahmen allerdings nicht, so die Künstlerin gegenüber "Billboard".

Mehr als 100 Stunden Videomaterial werden pro Minute auf YouTube hochgeladen. Vielen Urhebern ist die Ausschüttungssumme von YouTube zu gering. Außerdem fordern sie mehr Möglichkeiten beim Design ihrer individuellen Channels sowie umfangreichere Statistiken zu ihren Fans.

YouTube: "Mehrheit der Einnahmen geht an Rechteinhaber"

YouTube selbst weise auf seine hohen Ausgaben für die Entwicklung und Erhaltung seiner Streaming-Infrastruktur. Mehrere hunderte Millionen US-Dollar würden dafür pro Jahr fällig, so Chris Maxcy, Director of Content Partnerships bei YouTube, gegenüber "Billboard". Zudem beschäftige das Portal ein eigenes Team für den Werbeverkauf, was bei reinen Download-Portalen nicht der Fall sei. Aus diesem Grund könne man die Zahlen von YouTube nicht mit denen von iTunes oder Google Play vergleichen. Download-Stores bezahlten nur die Verlage, YouTube dagegen auch die Labels und Künstler. Alles in allem schütte YouTube die Mehrheit seiner Einnahmen an Rechteinhaber aus.

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