26.01.2016  Recorded Music  Digital+Mobil

Wird SoundCloud bald wichtiger als Spotify?

 

Berlin – Das Online-Magazin "TechCrunch" spekuliert, dass SoundCloud bald wichtiger als Spotify wird. Ein Grund: Es hat mehr als doppelt so viele Nutzer wie Spotify. Außerdem konnte SoundCloud neue Investoren an Land ziehen und einen Lizenzdeal mit Universal vereinbaren.

Vor Kurzem unterschrieb SoundCloud einen wichtigen Lizenzvertrag mit dem weltweit größten Musikunternehmen Universal Music. So hat der Service nun Verträge für die Hälfte des Katalogs aller Major-Labels abgeschlossen, unter anderem die Musik von Kanye West, Adele und Taylor Swift. Es fehlen nun noch die Titel von Sony Music und Sony/ATV. Außerdem gelang es SoundCloud kürzlich, neue Finanzierungen festzumachen. Diese zwei Indikatoren sind für "TechCrunch" erste Hinweise darauf, dass SoundClouds Relevanz bald zunehmen wird.

Hinzu kommt ein Vergleich der Nutzerzahlen von Spotify und SoundCloud: Während Spotify 75 Millionen aktive Nutzer vorweist, hören 175 Millionen Nutzer monatlich Musik via SoundCloud. Während Spotify vor allem an zahlenden Kunden interessiert sei, lege SoundCloud seinen Fokus aktuell noch weniger auf Monetarisierung und mehr auf Wachstum.

Das Geschäftsmodell beider Dienste unterscheidet sich daher fundamental: Spotify handelt vor allem Lizenzdeals mit Labels aus und gibt Titel von Acts wieder, die bereits ein Label haben. Doch SoundCloud erhält seine Inhalte direkt von den Künstlern und Produzenten. SoundClouds Deal mit Universal und anderen Labels hat vor allem den Zweck, Klagen zu verhindern. Doch die eigentlich wichtigen Inhalte erhält SoundCloud nicht von den Labels, sondern direkt von den Kreativen. Diese bringen wieder neue Nutzer, die sich miteinander vernetzen.

Zusammengefasst lautet die These: SoundCloud ist das YouTube der Musik, das Talente groß werden lässt, und Spotify ist das Netflix der Musik, auf dem die auf SoundCloud gewachsenen Talente dann von Labels vermarktet und vertrieben werden.

Dass SoundCloud großes Potenzial hat, ist unbestritten. Die Zukunft des Portals hängt dennoch von einer erfolgreichen Monetarisierung ab, die nach wie vor nicht gegeben ist.

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