17.07.2012
Digital+Mobil
Washington D.C. - Will Wright, Branchenurgestein der Gaming-Industrie, unterstellt den Herstellern von Konsolen, dass sie Angst vor dem neuen Geschäftsmodell Free-to-Play haben.
Will Wright ist Gründer von Maxis und der kreative Kopf hinter bekannten Spielen wie „Die Sims“ und „Sim City“. Der Branchenveteran gab Gamesindustry.biz ein Interview, in dem er darüber informierte, warum seiner Meinung nach neue Geschäftsmodelle wie Free-to-Play die Vielfalt der Branche fördern. Er ist der Auffassung, dass die Spieleindustrie als Ganzes zu wenige Risiken eingeht und zeichnet ein persönliches Bild der Zukunft der Branche. So ist Cloud Gaming seiner Meinung nach die Zukunft des Gaming. Da viele Menschen unterschiedlichste Geräte wie Smartphones und Tablets auch unterwegs bei sich haben, wird es seiner Meinung nach immer mehr Möglichkeiten geben, mit diesen mobilen Geräte auf den Rechner oder die Konsole daheim zu zu greifen. In diesem Zusammenhang rechnet Wright auch damit, dass Nutzer Spiele auch über Plattformgrenzen hinweg verwenden können.
Das Geschäftsmodell Free-to-Play sieht Wright als Bereicherung – besonders für die Kunden. Musste man bisher viel Geld für ein Vollpreisspiel ausgeben, entferne Free-to-Play diese finanzielle Hürde und würde neue Zielgruppen erschließen. Darüber hinaus würden Entwickler, die dieses Geschäftsmodell wählen, in der Regel auch bereitwillig größere Risiken beim Design eingehen und neue Wege beschreiten. Immerhin halten sich die Entwicklungskosten eines Free-to-Play-Spiels im Vergleich zu einer großen Produktion in Grenzen. Publisher von Vollpreisspielen würden hingegen meist auf Fortsetzungen und Altbewährtes setzen.
Genau hier liegt auch der Grund für die Angst der Konsolenhersteller, die Will Wright anspricht. Free-to-Play sei bisher als Geschäftsmodell komplett an Sony, Microsoft und Nintendo vorbeigegangen. Die klassischen Spiele würden seiner Meinung nach von Free-to-Play unterwandert. Spieler müssen keine 50 Euro mehr für einen Titel ausgeben, der ihnen unter Umständen gar nicht gefällt. Die Zukunft gehört nach Ansicht von Wright einem „Zynga-ähnlichen Spielefundament“.