02.02.2012
Spielstätten
Dortmund - Die Veranstaltungszentrum Westfalenhallen GmbH hat eine positive Bilanz des Jahres 2011 gezogen. Im Vergleich zu den Vorjahren habe man eine "erfreuliche und sehr stabile Entwicklung" verzeichnet, erklärte Geschäftsführer Jochen Meschke bei der Jahrespressekonferenz am 2. Februar.
Die Gesamtzahl der Veranstaltungen lag demnach mit 189 über der des Vorjahres (162). Dabei machte sich vor allem eine deutliche Steigerung im Sport-Segment bemerkbar (von 24 auf 68 Veranstaltungen), im Entertainment-Bereich ging die Anzahl hingegen von 91 auf 81 zurück. Knapp 347.000 Besucher kamen 2011 zu Konzerten und Shows in die Westfalenhallen, im Vorjahr waren es in diesem Segment rund 373.000 Besucher gewesen.
Die Gesamtbesucherzahl im Veranstaltungszentrum Westfalenhallen ging laut Bilanz von rund 610.000 auf 576.000 zurück. Für den Entertainment-Bereich hob Meschke vor allem die stabile Entwicklung der Westfalenhalle 1 hervor, in der im vergangenen Jahr 48 Konzerte und Shows stattgefunden haben (Vorjahr: 54). Zusätzliches Potenzial erwartet der Geschäftsführer durch die Vergrößerung des Innenraums auf rund 5500 Stehplätze, die durch den Abbau der Radrennbahn erzielt wird. "Das macht uns auf dem Veranstaltungsmarkt noch interessanter", erklärte Meschke. Auch den Verbund mit den kleineren Hallen sieht der Geschäftsführer als wichtigen Vorteil.
Hinsichtlich der Raumgröße könnten die Westfalenhallen ihren Geschäftspartnern flexible und bedarfsgerechte Angebote machen. So seien zum Beispiel die Shows von Martin Rütter und Bülent Ceylan aufgrund des starken Vorverkaufs von der Halle 3A in die große Westfalenhalle umgebucht worden. Das Konzert von
Deichkind
(3. März) wurde aufgrund der großen Nachfrage von der Halle 2 in die Halle 1 verlegt.
Die Jahrespressekonferenz nutzten die Verantwortlichen auch, um auf das 60-jährige Jubiläum der Westfalenhalle 1 hinzuweisen. Die
Spielstätte war in ihrer heutigen Form am 1. und 2. Februar 1952
eröffnet worden. Veranstalter-Legende Fritz Rau, der im Lauf seiner Karriere zahlreiche Veranstaltungen in der großen Westfalenhalle auf die Bühne gebracht und mit
Peter Maffays
"Tabaluga" (110.000 Zuschauer bei 13 Vorstellungen im Jahr 1994) bis heute den Besucherrekord hält, gab bei der Pressekonferenz seine persönlichen Erinnerungen zum Besten.
"Ich wünsche mir, dass die Westfalenhalle auch in Zukunft ihre Bedeutung beibehält", erklärte Rau. "Sie hat eine Wärme und eine besondere Atmosphäre, in der sich Publikum und Künstler wohlfühlen." Rau, der im März seinen 82. Geburtstag feiert, ist aktuell selbst auf Tournee: In einem Vortrag blickt er dabei auf das von Lippmann+Rau vor 50 Jahren ins Leben gerufene "American Folk Blues Festival" und auf die Karriere der ebenfalls vor 50 Jahren gegründeten Rolling Stones zurück. Wie Rau am Rande der Pressekonferenz erklärte, sind bereits mehr als 40 Termine für die Vortragsreise gebucht, bei der ihn der Blues-Musiker Biber Herrmann begleitet.