15.01.2016  Recorded Music  International

Warner Bros. verklagt Avenged Sevenfold wegen Vertragsbruchs

 

Burbank – Warner Bros. Records und Avenged Sevenfold steht ein unschönes Ende der überaus erfolgreichen Zusammenarbeit ins Haus. Da die Metal-Band ihren Vertrag mithilfe einer Sonderregel des kalifornischen Rechts vorzeitig auflösen will, klagt das Major-Label wegen Vertragsbrüchigkeit auf Schadensersatz.

Grundlage des Schrittes der Band ist die im California Labor Code verankerte "Sieben-Jahres-Regel". Diese erlaubt einer Partei, einen bestehenden Dienstvertrag unter bestimmten Umständen nach sieben Jahren einseitig zu beenden. In den 80ern hatten Labels bei Eintreten dieses Falles erstmals Schadensersatzansprüche wegen nicht fertiggestellter Alben geltend machen können – jedoch bleiben dafür nur 45 Tage nach Vertragsauflösung.

Band-Anwalt Howard E. King erklärte: "Avenged Sevenfold haben sich kürzlich auf dieses Recht berufen und ihren Vertrag mit Warner Bros. Records beendet." Seit dem Vertragsschluss im Jahr 2004 hätten sich laut King bei dem Label "zahlreiche Personalveränderungen abgespielt, die das Unternehmen auf allen Ebenen so dramatisch verändert haben, dass inzwischen kein A&R-Mitarbeiter mehr ein enges Verhältnis zur Band pflegt".

Label argumentiert dagegen

Warner Bros. Records sieht die Dinge anders. Avenged Sevenfold könne sich demnach aus mehreren Gründen nicht auf die "Sieben-Jahres-Regel" berufen: In einem Brief habe die Band die Vertragsauflösung für den 25. November 2015 angekündigt – jedoch hatte Warner diesen erst am 30. November erhalten. Außerdem habe das Label auf der Basis eine Menge Geld in zukünftige Releases der Band – z.B. ein Live-Album – investiert, dass von einer weiterführenden Zusammenarbeit auszugehen war. Der plötzliche Ausstieg sei unfair und verletze geschäftliche Absprachen.

Avenged Sevenfolds Vertrag sah die Veröffentlichung von fünf Studioalben vor, wovon die Band bislang erst vier abgeliefert hat. Im Herbst 2015 waren zudem Verhandlungen über eine Ausdehnung des Vertrags um ein weiteres Album gescheitert, berichtet "Billboard". Warner Bros. fordert daher Schadensersatz und die Abschöpfung aller Gewinne der Band sowie die Übernahme der Gerichts- und Anwaltskosten.

Währenddessen ist die Band bereits auf der Suche nach einem neuen Label, wie ihr Anwalt bestätigt: "Avenged Sevenfold hofft darauf, dass sie eine ebenso erfolgreiche und persönliche Partnerschaft aufbauen können, wie sie sie früher mit Warner Bros. hatten."

Internationale Verkaufserfolge

Die vier Studioalben, die über Warner Music erschienen, waren in der Tat sehr erfolgreich. Platzierte sich "City Of Evil" (2005) noch "nur" auf Platz 30 der US-Charts, so folgte mit "Avenged Sevenfold" (2007) der Sprung auf Position vier. Die Werke "Nightmare" (2010) und "Hail To The King" (2013) avancierten in den USA sogar zu Nummer-eins-Erfolgen. Letzteres brachte der Band auch hierzulande ihre erste Top-10-Platzierung ein.

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