18.08.2010
International
London - Mehrere Medienunternehmen, darunter Warner Bros. Records, der mittlerweile insolvente Musikdienst Playlist, Disney und Ustream, stehen vor Gericht. Grund ist der angebliche Verstoß gegen Datenschutzrechte von Internet-Usern, darunter viele Kinder. Ein Verein zur Vertretung der Rechte Minderjähriger und ihrer Eltern reichte die Klage bei einem Bezirksgericht im US-Bundesstaat Kalifornien ein.
Angeblich haben die angeklagten Unternehmen mit Hilfe von Flash-Cookies Daten über die Internetnutzung ihrer User gesammelt, die über den Aufenthalt auf den jeweiligen Unternehmens-Webseiten hinausgehen. Dadurch seien Rückschlüsse auf demographische Informationen der Nutzer möglich. Dies sei ein Verstoß gegen den Computer Fraud and Abuse Act, das Californian Computer Crime Law sowie den Invasion of Privacy Act. Die Kläger fordern in einer Sammelklage Schadensersatz in unbekannter Höhe.
Die Flash-Cookies wurden von der Firma Clearspring Technologies bereitgestellt, die ebenfalls im Fokus der Ermittlungen steht. Diese besondere Form von Cookies, die auf der Adobe-Technologie Flash basiert, wird nicht entfernt, wenn User ihre Browser-Daten löschen. Laut "Wired" soll es mit ihrer Hilfe sogar möglich sein, gelöschte Cookies wiederherzustellen.
Ein ähnlicher Fall ereignete sich bereits Ende Juli, als MTV, MySpace und ABC sowie Clearspring-Konkurrent Quantcast verklagt wurden. Das Verfahren läuft noch.