25.01.2016  Recorded Music  Digital+Mobil

Vevo will Lifestyle-Marke werden

 

New York City – Im Interview mit "W&V" sprach Vevo-Geschäftsführer Erik Huggers über die zukünftige Ausrichtung der Musikvideo-Plattform. Sein großes Ziel ist es, Vevo zum Lifestyle-Produkt zu machen. Eigene Events und Formate sollen dabei helfen, die bisher geringen Einnahmen in Deutschland auszubauen.

„Wie bekommen wir junge Leute dazu, ein Vevo-T-Shirt anzuziehen?“, fragt sich Vevo-Geschäftsführer Erik Huggers, der seit April 2015 Chef der Musikvideoplattform ist. Er will Innovationen anstoßen und die Marke vorantreiben, indem der Fokus weg von der reinen Verbreitung von Musikvideos und hin zur Lifestyle-Marke mit eigenen Formaten richtet. Momentan bietet Vevo einen Katalog von 140.000 HD-Musikvideos sowie exklusive Eigenproduktionen und Konzertmitschnitte.

Zuletzt klickten Musikfans 51 Millionen Mal an einem einzigen Tag David Bowies Musikvideos – damit sorgte Bowie für mehr Klicks innerhalb von 24 Stunden als jeder Künstler vor ihm. Zuvor lag der 24-Stunden-Rekord bei 36 Millionen Klicks für Adeles Videos. Das Musikvideo mit den meisten Klicks an einem Tag ist Adeles "Hello" mit 27 Millionen.

Eigentümer von Vevo sind die Musiklabels Universal und Sony sowie Google und Abu Dhabi Media. In 18 Ländern, darunter die USA, Deutschland und Großbritannien, strahlt Vevo on demand Musikvideos über die eigene Website und auf anderen Portalen aus und finanziert sich durch Werbeeinnahmen. Die meisten Klicks gewinnt Vevo auf YouTube. In Deutschland hat Vevo jedoch keinen Vertrag mit YouTube, so dass die Videos dort nicht abrufbar sind.

Weltweit streamen Musikfans 16 Milliarden Vevo-Musikvideos pro Monat. Mit 160 Millionen Streams kommen dabei weniger als ein Prozent aus Deutschland. Huggers betont, dass Deutschland eine Sonderstellung in der westlichen Welt habe. Im Gegensatz zu vielen anderen Märkten beobachtet er hierzulande steigende Werbeumsätze im TV-Markt und außergewöhnlich hohe Verkaufszahlen im CD-Geschäft. Auch deshalb sei Deutschland für Vevo interessant.

Ein erster Schritt zur Stärkung der Marke Vevo sei die neue iOS App. Sie soll dabei helfen, das Nutzerverhalten besser zu verstehen, um es später voraussagen und monetarisieren zu können. Auch der Kauf des Spezialisten für Abo-Modelle Showyou erlaubt Spekulationen über die Zukunft Vevos, das sich damit ein neues Monetarisierungsmodell angeeignet hat.

0 Leser fanden diesen Beitrag lesenswert

0 Leser fanden diesen Beitrag weniger lesenswert

Vielen Dank für Ihre Meinung.

Sie haben schon an der Berwertung teilgenommen.

Sie haben ihre Meinung geändert.


 
 
 

Weitere News

 
 

28.06.16 |

Recorded Music

Wirtschaft

BMG und Roger Waters haben einen langfristigen Vertrag unterzeichnet: Der Pink-Floyd-Katalog von Waters wird künftig von BMG verwaltet.

 

27.06.16 |

Recorded Music

International

Harry Styles betritt Solo-Pfade. One Direction pausieren bis mindestens 2017, Styles will allerdings solo weiter Musik machen und hat Berichten zufolge einen Vertrag mit Columbia/Sony Music unterzeichnet.

 

27.06.16 |

Recorded Music

Wirtschaft

52 Prozent der Briten stimmten vergangene Woche für den Austritt Großbritanniens aus der EU. Die britische Musikindustrie reagiert geschockt.

 

27.06.16 |

Recorded Music

Wirtschaft

Der Airplay-Analyst MusicTrace und das Schlagerlabel Telamo verlängern ihre Zusammenarbeit. Telamo vertraut daher weiterhin in Sachen Airplay-Charts, Einsatzdaten im Rundfunk und weiteren Airplay-relevanten Auswertungen auf MusicTrace.