01.10.2014  Recorded Music  Wirtschaft

Urheberrecht: Grooveshark verliert vor Gericht

 

New York - Der seit 2011 andauernde Prozess der Major-Label gegen Grooveshark ist zu einem Ende gekommen: Der Richter des US-Bezirksgericht in Manhattan hat gegen Grooveshark entschieden und das Unternehmen des illegalen Uploadens von urheberrechtsgeschützten Inhalten schuldig gesprochen.

In seiner Verteidigung hatte Grooveshark versucht, sich auf den Digital Millenium Copyright Act zu beziehen. Dieser besagt, dass Unternehmen für auf ihrer Plattform durch Dritte verfügbar gemachte Inhalte nicht nach den regulären Urheberrechtsgesetzen haften müssen. Auf diese Argumentation stützen sich auch andere Seiten, die von Uploads leben, beispielsweise YouTube.

Der Richter hat nun allerdings in seiner Urteilsverkündigung festgestellt, dass die Grooveshark-Mitarbeiter selbst Urheberrechtsverstöße begangen haben: So haben laut dem Urteil der Chief Executive Samuel Tarantino sowie der Chief Technology Officer Joshua Greenberg 5977 Songs ohne die Erlaubnis der jeweiligen Rechteinhaber hochgeladen, berichtet die "New York Times". Daneben hat Grooveshark Beweise vernichtet, beispielsweise Listen von Dateien, die Greenberg und andere hochgeladen haben.

Der nächste Schritt ist die Festsetzung des Schadensersatzes. Für Grooveshark könnte das ein Millionen schweres Urteil werden. Daher erwägt das Unternehmen bereits die weiteren Vorgehensweisen, etwa die Möglichkeit einer Revision. Daneben steht Grooveshark übrigens noch wegen zweier anderer Klagen der Musikindustrie vor Gericht.

Hintergrund

Universal Music hatte den umstrittenen Musik-Dienst bereits 2011 verklagt, die anderen Majors stellten sich damals hinter den Branchen-Primus. Anfang 2012 hat zudem EMI Music Publishing Grooveshark wegen nicht geleisteter Lizenzzahlungen verklagt, drei Monate später hatte auch der Recorded-Music-Arm des Majors Klage gegen den Musikdienst eingereicht.

Seitdem ist Grooveshark allerdings mit ein paar Musikunternehmen ins Geschäft gekommen und hat u.a. Verträge mit Sony/ATV und mit EMI Music Publishing abgeschlossen.

In Deutschland hat Grooveshark seinen Service bereits Anfang 2012 eingestellt und die GEMA als Grund dafür angegeben. Die GEMA stellte daraufhin in einem Statement klar, dass Grooveshark nie versucht habe, Lizenzen bei der GEMA zu erwerben.

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