24.09.2012  Recorded Music  Wirtschaft

Universal und EMI mergen – wie geht es weiter?

 

London/New York - Die Kartellbehörden der EU und USA haben den Universal/EMI-Merger abgesegnet. Der Deal soll bis zum 28. September abgeschlossen sein. Um die Bedingungen der EU-Kommission zu erfüllen, die an die Freigabe gebunden sind, hat Universal Music sechs Monate Zeit.

Im Detail muss Universal Music folgende Label weltweit abtreten: Parlophone, Chrysalis und Mute sowie die EMI-Länderlabel EMI France, EMI Spain, EMI Portugal, EMI Belgium, EMI Denmark, EMI Sweden, EMI Norway, EMI Poland, EMI Czech Republic und Universal Greece. Zu den Künstlern, die Universal damit durch die Lappen gehen, gehören u.a. Coldplay, David Guetta, Pink Floyd, David Bowie, Kylie Minogue und Duran Duran – nicht allerdings die Beatles und Robbie Williams (beide eigentlich zu Parlophone gehörend). Zudem muss der Major Cooperative Music (Co-Op), ein Marketing- und Vertriebsdienstleister für Indie-Labels, und die 50 Prozent, die EMI an der "Now That's What I Call Music"-Reihe hält, verkaufen. Die EMI-Labels, die zum Verkauf stehen, sollen nun vorerst als unabhängige Einheit zusammengefasst und verwaltet werden.

Eine der Bedingungen der EU-Kommission war, dass die Käufer dieser Unternehmen aus dem Musikgeschäft stammen müssen beziehungsweise zumindest bereits im Musikgeschäft mitgemischt haben müssen. Zu den Interessenten werden sicherlich BMG – das bereits offiziell bestätigt hat, interessiert zu sein –, Sony Music, Warner Music und Platinum Equity und MacAndrews & Forbes Holdings. Universal kann die Labels zwar zurückkaufen, jedoch erst in zehn Jahren. Eine zusätzliche Bedingung der EU-Kommission war, dass Universal keine Most-Favoured-Nation-Klauseln (MFN) in seine Verträge mit Digital-Kunden in der Europäischen Wirtschaftszone mehr integriert. Mit den MFN-Klauseln hatte Universal Music seine Kunden bislang dazu verpflichtet, sämtliche Zugeständnisse, die sie anderen Unternehmen machen, auch Universal Music zuzugestehen. Laut EU Kommission könnten Konkurrenten von Universal Music künftig flexibler mit digitalen Diensten verhandeln.

Nach den Zugeständnissen an die EU-Kommission übernimmt Universal dennoch Zwei-Drittel des Tonträgergeschäfts von EMI Music. Dazu gehören Capitol, Blue Note und Virgin Records und deren Künstler wie Katy Perry, Norah Jones und Frank Sinatra. "In EMI wurde lange Zeit zu wenig investiert", erklärt Lucian Grainge, CEO der Universal Music Group. Insbesondere die Bereiche Urban und Rock sollen nun nach dem Merger einen "Boost" erhalten.

Um eine möglichst reibungslose Eingliederung von EMI Music in das Unternehmen zu sichern, hat Universal Music laut "Billboard" Boston Consulting angeheuert – die bereits beim Merger mit Polygram 1998 geholfen haben. Für die Abwicklung der Verkäufe wurden Goldman Sachs, Bank of America und Merrill Lynch gewählt. Die Marke EMI soll allerdings beibehalten werden: "Es ist eine Marke mit enormer Zugkraft", so Grainge.

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