08.08.2012
International
Brüssel - Die Europäische Kommission hat in ihrer Entscheidung über den Universal/EMI-Merger einen ungewöhnlichen Weg eingeschlagen und Fragebögen an die Konkurrenten verschickt.
Mit dem Fragenkatalog verspricht sich die Europäische Kommission ein besseres Bild davon, wie die Musikindustrie den potenziellen Merger einschätzt und die Meinungen zu den von Universal Music vorgeschlagenen Ausgliederungen einholen. In seinem finalen Angebot an die Europäische Kommission hat Universal Music angeboten, nicht nur EMI-, sondern auch Universal-Label und -Roster in der EU abzustoßen. In dem 30-seitigen Fragebogen zum Universal/EMI-Merger erkundigt sich die Europäische Kommission insbesondere, ob das Devestitions-Paket ausreichend anglo- und amerikanisches Repertoire umfasst.
Laut "Music Week" hat die Europäische Kommission in Bezug auf Musikmerger noch nie einen derartigen Fragenkatalog verschickt. Sollten sich genug Musikunternehmen in dem Fragebogen gegen den Universal/EMI-Merger aussprechen, könnte dies den Deal zumindest verzögern oder die Forderung nach dem Abstoßen weiterer Künstler/Labels begründen.
Kürzlich hat sich James Palumbo, Chairman von Ministry Of Sound, für den Deal ausgesprochen: Die Leute im Musikgeschäft scheinen sich lieber gegenseitig zu bekriegen als die Herausforderungen, die vor ihnen liegen, anzupacken. Andere wie Martin Mills der Beggars Group, Edgar Brofman von Warner Music und die A2IM (American Association of Independet Music) sind nach wie vor vehement gegen den Merger.
Neben der Europäischen Kommission wird der Universal/EMI-Merger auch von der US-Kartellbehörde untersucht. Der Rechtsausschuss des US-Senats hatte zudem ein Antitrust-Komitee ins Leben gerufen, um den Deal unter die Lupe zu nehmen. Die US-Senatoren Herb Kohl und Mike Lee schrieben verfassten einen Brief an Jonathan Leibowitz, Vorsitzender der US-Kartellbehörde, in dem sie ihre Bedenken ausführen. Kohl und Lee argumentieren, dass Universal und EMI gemeinsam einen Marktmacht von knapp 40 Prozent in den USA hätten und dass der Merger daher "sehr sorgfältig überprüft" werden müsse.