23.07.2012
Wirtschaft
New York - Universal Music darf sich zwei Monate länger Zeit nehmen, um die 1,4 Milliarden Euro für EMI Music zu zahlen – Der EMI-Eigner Citigroup hat die Zahlungsfrist bis November verlängert. Universal Music hat bei Abschluss es Deals das kartellrechtliche Risiko auf sich genommen, d.h. der Major muss zahlen, selbst, wenn ihm der Kauf von den Regulatoren untersagt wird.
Derzeit bemüht sich Universal Music die Europäische Kommission von dem Deal zu überzeugen. Um die kartellrechtlichen Bedenken der EU-Regulatoren aus dem Weg zu räumen, hat Universal bereits vorgeschlagen, Anlagen im Wert vn 200 bis 300 Millionen US-Dollar abzustoßen, unter anderem war von Virgin Records, Chrysalis UK, EMI Classics, Virgin Classics, Mute, Jazzland, Sanctuary und Ensign die Rede. Um IMPALA auf seine Seite zu ziehen, hat Universal Music dem Indie-Verband zudem ein Erstbieterrecht und Finanzierungshilfen angeboten.
Wie "Billboard" berichtet hat Universal Music der Europäischen Kommission sein finales Angebot noch nicht überreicht. Der 18. Juli soll auch nur eine informelle Deadline dafür gewesen sein – nun heißt es, der 1. August sei die formale Deadline für das finale Angebot. Angeblich hat sich durch diese Verzögerung auch die Deadline für die Europäische Kommission nach hinten verschoben haben: So schreibt "Billboard", dass die Kommission ihre Entscheidung nunmehr nicht mehr bis zum 6. September, sondern 15 bis 21 Tage später fällen dürfe.
Vergangene Woche überraschte Naive-Chef und IMPALA-Co-President Patrick Zelnik mit seiner plötzlichen Befürwortung des Universal/EMI-Deals. Kurz darauf wurde klar, dass Zelnik erneut hofft, Virgin erwerben zu können – mittlerweile das dritte Mal. Allerdings versichert Zelnik, den Universal/EMI-Merger nicht aus eigennützigen Gründen, sondern für das Wohl der Branche zu unterstützen. Bei seinem Vorhaben erhält Zelnik von Sir Richard Branson, Gründer von Virgin Records, Rückendeckung, der wieder ins Musikgeschäft einsteigen will. Branson musste Virgin 1992 an EMI Music verkaufen. Neben Zelnik und Branson sind laut "Billboard" auch Kenny Gates von PIAS und Daniel Miller von Mute Records an den potenziell zum Verkauf stehenden Labels interessiert. Mittlerweile hat auch Domino-Chef Laurence Bell die Seiten gewechselt. Noch zuletzt soll IMPALA einstimmig gegen den Universal/EMI-Merger gewesen sein. Trotz einer mittlerweile 56 prozentigen Quote von Befürwortern des Deals hält IMPALA nach wie vor gegen den Universal/EMI-Merger.