23.08.2012
International
Washington, D.C. - Nicht nur der US-Senat auch ein Unterausschuss des US-Repräsentantenhauses beäugt den Universal/EMI-Merger kritisch. In einem Brief an Universal, EMI und Warner erkundigt sich das Subkomitees nach den möglichen Folgen des Deals.
Zu den Fragen, die Robert W. Goodlatte, der republikanische Vorsitzende des Unterausschusses zum Geistigen Eigentum, Wettbewerb und Internet des US-Repräsentantenhauses, und Melvin L. Watt als Vertreter der Demokraten gehören: Weißt die Musikindustrie einzigartige Charakteristiken auf, die die Bedenken mildern oder verstärken? Wie würden Wettbewerb und Innovation im Digitalbereich beeinflusst? Und: Würden Piraterie und wichtige Marktteilnehmer wie Apple die durch den Merger hinzugewonnene Macht von Universal im Zaum halten?
Universal Music ist mit rund 30 Prozent Anteil am weltweiten Musikgeschäft bereits Marktführer und würde duch den Deal mit EMI auf mindestens 40, in manchen Ländern Europas gar bis zu 50 Prozent des Marktes ausmachen. Der US-Senat hat den Universal/EMI-Merger bereits unter die Lupe genommen und die Kartellbehörde aufgefordert, den Deal genauestens zu untersuchen. Auch die Europäische Kommission nimmt den Universal/EMI-Merger nicht auf die leichte Schulter. In seinem finalen Angebot an die Europäische Kommission hat Universal Music angeboten, nicht nur EMI-, sondern auch Universal-Label und -Roster in der EU abzustoßen. Die EU hat daraufhin die ungewöhnliche Maßnahme gewählt, einen Fragenkatalog an Konkurrenten zu verschicken, um Meinungen einzuholen. In dem 30-seitigen Fragebogen zum Universal/EMI-Merger erkundigt sich die Europäische Kommission insbesondere, ob das Devestitions-Paket ausreichend anglo- und amerikanisches Repertoire umfasst. Zuletzt hieß es, den Regulatoren gingen die Zugeständnisse seitens der Universal Music Group nicht weit genug.
Derweil haben Japan, Neuseeland und Kanda den Universal/EMI-Merger bereits ohne Einschränkungen abgesegnet.