18.06.2012
International
Washington, D.C. - Im Rahmen des Antitrust-Panels zum Universal/EMI-Deal hat der Rechtsausschuss des US-Senats Lucian Grainge (Vorstandsvorsitzender und CEO der Universal Music Group), Roger Faxon (CEO der EMI Music Group), Irving Azoff (Vorstandsvorsitzender von Live Nation), Edgar Bronfman Jr. (Vorstandsvorsitzender der Warner Music Group, ehemaliger CEO), Martin Mills (Gründer und Vorstandsvorsitzender der Beggars Group) und Gigi Sohn (President von Public Knowledge) als Zeugen geladen.
Die Anhörung findet am 21. Juni im US-Senat statt. Während Grainge, Faxon und Azoff sich für den Merger von Universal Music und dem Tonträgergeschäft der EMI Music Group aussprechen, werden Bronfman, Mills und Sohn dagegen argumentieren. Edgar Bronfman hat sich von Anfang an deutlich gegen den Deal ausgesprochen. So erklärte er im Februar dieses Jahr in einem Interview mit "All Things Digital": Ein Merger von Universal und EMI Music würde einen "Super-Major kreieren, der nicht nur die Zukunft der Tonträgermusikindustrie, sondern der gesamten digitalen Medien kontrollieren würde. Ich denke, es ist gefährlich, ich denke, es ist problematisch, und ich denke, es muss aufgehalten werden."
Kritische Stimmen monieren, dass Universal mit Abschluss des EMI-Kaufs 40 Prozent der weltweiten Tonträgerbranche repräsentieren würde und befürchten, dies würde zu Universal Music zu viel Marktmacht geben. Ganz vorne bei den Kritikern des Universal/EMI-Deals mit dabei ist auch der Indie-Verband Impala. Hingegen haben sich die American Federations of Musicians, die Screen Actors Guild und die American Federation of Television and Radio Artists für den Universal/EMI-Merger mit der Begründung ausgesprochen, dass der Deal verhindern würde, dass EMI in Vergessenheit gerät und Jobs verloren gehen.
Das Antitrust-Panel des Rechtsausschusses des US-Sentas hat allerdings keine offizielle Entscheidungsgewalt in der Untersuchung der amerikanischen Kartellbehörde, der Federal Trade Commission. Auch in der EU steht eine Entscheidung über den Universal/EMI-Merger noch an – die EU-Kommission hat noch bis zum 6. September Zeit dafür. Bereits im März hatte die EU-Kommission die Prüfung des Universal/EMI-Deals vertieft und Phase zwei eingeleitet.
Dem Kauf von EMI Music Publishing durch ein Konsortium um Sony/ATV stimmten die EU-Regulatoren im April zu.