11.09.2012
Wirtschaft
Brüssel/New York - Während die Kartellbehörde der EU-Kommission über ihre Entscheidung bezüglich des Universal/EMI-Mergers beriet, hat Vivendi eine erste Zahlung von 1,25 Milliarden Euro an die Citigroup veranlasst.
So hat ein Vivendi-Sprecher bestätigt, dass die 1,25 Milliarden Euro wie beim Vertragsabschluss ausgemacht in der vergangenen Woche gezahlt wurden. Da Vivendi und Universal Music bei dem Deal das Risiko annahmen, dass Katellbehörden den Universal/EMI-Merger ablehnen, musste der Betrag ausgezahlt werden – egal zu welcher Entscheidung die Regulatoren kommen. Nun ist allerdings weder in Europa noch den USA diesbezüglich das letzte Wort gesprochen.
Zwar haben die Regulatoren der EU-Kommission vergangenen Freitag, 7. September, über den Deal beraten. Um das Ergebnis zu präsentieren, hat die Kommission allerdings noch bis zum 27. September Zeit. Die US-Kartellbehörde wird ihre Entscheidung vermutlich im Anschluss bekannt geben. Bei den Gesprächen vergangenen Freitag soll die EU-Kommission zusätzlich ein Komittee, das aus Repräsentanten der EU-Staaten bestand, zu Rate gezogen haben.
In einem finalen Angebot an die Europäische Kommission hatte Universal Music angeboten, nicht nur EMI-, sondern auch Universal-Label und -Roster in der EU abzustoßen, beispielsweise Parlophone (exklusive des Beatles-Katalogs). Die EU hat daraufhin die ungewöhnliche Maßnahme gewählt, einen Fragenkatalog an Konkurrenten zu verschicken, um Meinungen einzuholen. In dem 30-seitigen Fragebogen zum Universal/EMI-Merger erkundigt sich die Europäische Kommission insbesondere, ob das Devestitions-Paket ausreichend anglo- und amerikanisches Repertoire umfasst. Zuletzt hieß es, den Regulatoren gingen die Zugeständnisse seitens der Universal Music Group nicht weit genug und mittlerweile soll die EU-Kommission verlangen, dass Universal Music die vorgeschlagenen Labels welt- und nicht nur EU-weit abtritt.
Derweil haben Japan, Neuseeland und Kanda den Universal/EMI-Merger bereits ohne Einschränkungen abgesegnet. In den USA hat sich nun auch das Repräsentantenhaus eingeschaltet. Der US-Senat hatte den Universal/EMI-Merger bereits unter die Lupe genommen und die Kartellbehörde aufgefordert, den Deal genauestens zu untersuchen.