13.09.2010
Messen/Events
Berlin – Über 2.000 Besucher machten die Konferenz der Berlin Music Week, all2gethernow 2010, laut Veranstalter zu einem "vollen Erfolg". 253 Sprecher aus vielen Teilen der Welt diskutierten unter Einbindung des Publikums auf 130 Panels an fünf Tagen über pragmatische Businessmodelle der Zukunft. Leitthemen waren in diesem Jahr: Die steigende Selbstverantwortung von Künstlern, neue Musikvermarktungschancen durch technologischen Fortschritt und die Urheberrechtssituation. Angebote für Nachwuchskünstler, wie eine praxisorientierte Coaching Werkstatt, rundeten das Bild ab.
Die a2n-Besucher nutzten vom 6. bis zum 10. September die Konferenz der Berlin Music Week zum regen Austausch über zukünftige Businessmodelle der Musikwirtschaft. Auffällig war nach Einschätzung der Veranstalter "der Pragmatismus, mit dem hierbei zu Werke gegangen wurde". Hierbei half sicher auch die Auswahl der zahlreichen Redner aus aller Welt.
Man traf einen international anerkannten Internet-Vordenker wie Mike Masnick ebenso wie den legendären Produzenten Rupert Hine. Ein Repräsentant der GEMA beispielsweise beriet zusammen mit einem Creative-Commons-Spezialisten Musiker, die der beiden Lizenzierungsmodelle für sie passend sei. Innovationsführer der Internet-Technologie berieten mit Musik-Vermarktungsspezialisten Ditributionsmodelle und Experten von Labels und Musikmagazinen coachten Musiker, um nur einige Beispiele zu nennen.
Inhaltlich bestimmten drei Schwerpunktthemen die Diskussionen. Zum einen die durch den Wandel der Musikwirtschaft ermöglichte steigende Selbstverantwortlichkeit von Künstlern. Vortragstitel wie „Today's Generation of Musicians in Fear of Freedom“ demonstrierten dabei den Status Quo dieser Entwicklung. Ein weiterer Fokus waren neue Vermarktungsmodelle für die Musikwirtschaft durch den technologischen Fortschritt. Die einstmals beherrschende Filesharingdebatte trat dabei in den Hintergrund. Im Zentrum des Interesses standen die Möglichkeiten: Unter anderem ein mobiler Informationsdiensten, der die eigene Musikbibliothek, den eigenen Twitter-Stream, Event-Datenbanken und Ticket-Verkaufsdienste verknüpft.
Der dritte Schwerpunkt war die Urheberrechtsdiskussion. Beispielsweise gab Patrick Walker einen Einblick in die Position von YouTube im laufenden Streit mit der GEMA. Am Rande der all2gethernow wurde auch bekannt gegeben, dass eine Verwertungsgesellschaft für Creative-Commons-Inhalte konkret wird und damit die Monopolstellung der GEMA in Deutschland in Frage stellt.