16.03.2012
International
New York – In den USA könnten einige der größten Internet Service Provider bereits ab Juli die Verfolgung von mutmaßlichen Filesharern selbst in die Hand nehmen. Dies verlautbarte Cary Sherman, CEO der Recording Industry Association Of America (RIAA), im Rahmen eines Meetings der Association Of American Publishers (AAP) in New York.
Bereits im Juli 2011 hatten sich unter anderem die RIAA, der Indie-Verband A2Im sowie dem US-Filmverband MPAA mit Branchenriesen wie Comcast, Cablevision, Time Warner und Verizon geeinigt. Seither war es ruhig geworden. Nun meldet sich Cary Sherman zurück und verlautbart, das Anti-Piraterie-Programm solle zum 12. Juli implementiert werden. Jeder ISP werde seine eigene Infrastruktur entwickeln, um automatisch auf Urhebrrechtsverletzungen reagieren zu können. In einer Datenbank würden Wiederholungstäter gesammelt und mit Warnhinweisen auf ihr illegales Verhalten hingewiesen. Sollten sie ihr Verhalten nicht einstellen, können die ISPs verschiedene Maßnahmen wie das Senken der Verbindungsgeschwindigkeit oder eine vorübergehende Sperrung des Internetanschlusses ergreifen. Von einer permanenten Sperrung werde laut CNET noch abgesehen.
Damit wird das Thema Urheberrechtsverfolgung in den USA in private Hände gelegt, einer der Hauptgründe, weshalb Warnhinweise durch ISPs in Deutschland bislang entschieden abgelehnt werden, so auch zuletzt im Wirschaftsdialog am 15. März im Bundeswirtschaftsministerium. Auf rechtlichem Wege mussten Rechteinhaber in den USA zuletzt Rückschläge hinnehmen, siehe SOPA/PIPA.