06.05.2014  Recorded Music  International

USA: Erste Klage gegen Crowdfunding-Projekt läuft

 

Washington – Mit einer Kickstarter-Kampagne wollte Altius Management das Kartenspiel „Asylum“ finanzieren. Die Kampagne verlief erfolgreich, doch das Kartenspiel existiert bis heute nicht. Nun verklagt der Staat Washington Altius Management und verlangt die Rückzahlung der Spenden sowie Schadensersatz.

Die Kickstarter-Kampagne namens „Asylum Playing Cards Campaign“ lief im September und Oktober 2012. Insgesamt nahmen die Firma Altius Management aus Nashville, Tennessee, und dessen Chef Edward J. Polchlopek III., auch als Ed Nash bekannt, 25.146 US-Dollar ein und konnte das Spendenziel von 15.000 US-Dollar somit erreichen.

Nach den Geschäftsbedingungen von Kickstarter ist die Firma somit verpflichtet, das Projekt umzusetzen und den 810 Spendern die versprochenen Prämien zuzusenden. Bis heute ist jedoch nichts dergleichen geschehen, darum sieht sich nun der Staat Washington veranlasst, am King County Superior Court gegen Altius Management zu klagen.

Der juristische Anknüpfungspunkt ist, dass „ungefähr 31“ der Geldgeber zum Zeitpunkt der Spende in Washington lebten. Der Staat fordert Altius Management dazu auf, die geleisteten Spenden zurückzuerstatten und fordert darüber hinaus Kostenersatz und Zivilstrafen von bis zu 2.000 US-Dollar für jede einzelne Rechtsverletzung. Der Washingtoner Generalstaatsanwalt Bob Ferguson warnt: „Diese Klage sendet eine klare Botschaft an Leute, die an das Geld der Öffentlichkeit wollen: Der Staat Washington wird Crowdfunding-Diebstahl nicht tolerieren. Die Generalstaatsanwaltschaft wird jene zur Verantwortung ziehen, die sich nicht an die Regeln halten."

Laut Staatsanwaltschaft ist dieser Fall die erste Klage in den USA wegen nicht erfüllter Crowdfunding-Versprechen. Das Kartenspiel „Asylum“ (englisch für Irrenhaus) wurde vom serbischen Künstler Milan Čolović entworfen, auch er erhielt bisher kein Geld von Altius Management. Unterstützern der Kampagne wurden neben der Herstellung des Kartenspiels unter anderem Pokerjetons, ein Poster einer entrückten Jungfer oder ein Zwangsjackenkostüm samt Verrücktheitszertifikat versprochen.

Die Klageschrift No. 14-2-12425-SEA, können Sie hier als PDF einsehen.

0 Leser fanden diesen Beitrag lesenswert

0 Leser fanden diesen Beitrag weniger lesenswert

Vielen Dank für Ihre Meinung.

Sie haben schon an der Berwertung teilgenommen.

Sie haben ihre Meinung geändert.


 
 
 

Weitere News

 
 

25.05.16 |

Recorded Music

Wirtschaft

In einer Mitteilung machte die EU-Kommission deutlich, dass ihrer Meinung nach bei der Regulierung von Online-Plattformen noch dringender Handlungsbedarf besteht.

 

25.05.16 |

Recorded Music

Szene

Die gestrigen "Sing meinen Song 2016"-Folge, in der Xavier Naidoo und dessen Songs im Mittelpunkt standen, sahen erneut weniger als zwei Millionen Zuschauer im Gesamtpublikum. Für Vox ist dies dennoch ein überdurchschnittlicher Wert.

 

25.05.16 |

Recorded Music

Wirtschaft

Membran hat einen weltweiten Vertrag mit Quincy Jones Productions und Qwest Records unterzeichnet, um zwei neue Alben von Künstlern, die von dem 27-fachen Grammy-Gewinner und seiner Firma gemanaget werden, zu lizenzieren, zu vermarkten und zu vertreiben.

 

25.05.16 |

Recorded Music

Szene

Edelmetall-Regen für Andreas Bourani: Dem Sänger wurden von seinem Label Universal Music am 11. Mai im Prince Charles in Berlin zahlreiche Platin- und Gold-Awards übergeben.