01.03.2005
Wirtschaft
Washington – Obwohl die amerikanische Musikbranche das Verbot der Musiktauschbörsen Grokster und StreamCast fordert, verteidigt eine Gruppe von US-Musikern die umstrittenen Online-Börsen.
So verurteilen zwar Künstler wie Steve Winwood, Chuck D von der Band Public Enemy und die Band Heart in ihrer Eingabe an den Supreme Court den Diebstahl urheberrechtlich geschützter Werke, sehen jedoch Tauschbörsen als eine zusätzliche Vertriebsalternative an. "Nicht alle Musiker stellen sich gegen das Filesharing über Peer-to-Peer-Tauschbörsen. Im Gegenteil, vielen Musikern verschafft die P2P-Technik die Möglichkeit, ihre Werke einer weltweiten Hörerschaft zugänglich zu machen", zitiert die "Washington Post" aus der Eingabe.
Diese Argumentation überschneidet sich mit den Ergebnissen einer Studie, die das "Pew Internet & American Life Project" Ende 2004 vorgelegt hatte. Damals sprachen sich 43 Prozent der befragten Künstler für Filesharing aus. Daduch würden ihre Arbeiten einem großen Publikum zugänglich gemacht. Der Verband der US-Musikindustrie RIAA fordert jedoch nach wie vor ein Verbot von Tauschbörsen. Ende März will sich der Supreme Court mit der Klage der Unterhaltungsindustrie gegen Grokster und StreamCast befassen.