12.01.2016  Recorded Music  International

US-Jahresauswertung 2015: Musikkonsum steigt, Verkäufe fallen

 

New York - Insgesamt wurde in den USA im letzten Jahr 15,2 Prozent mehr Musik konsumiert als 2014 – dank Streaming, denn die 317,2 Milliarden gestreamten Songs sind fast doppelt so viele wie im Vorjahr.

Streaming wird seit Ende 2014 in die Erhebung der Album-Charts berücksichtigt – 1500 Song-Streams eines Albums ergeben ein sogenanntes Equivalent Album. 2015 hat Streaming so insgesamt für 211,5 Millionen als Verkäufe gewertete Equivalent Albums gesorgt. 2014 waren es 93 Prozent weniger.

Der meistgestreamte Song, On-Demand-Audio- und -Musikvideo-Streaming zusammengerechnet, war der Hip-Hop-Song "Trap Queen" von Fetty Wap mit fast 616,5 Millionen Streams. Auf Rang zwei folgt "Watch Me" von Silento mit über 563,4 Millionen Streams und auf der Drei Mark Ronsons "Uptown Funk" feat. Bruno Mars mit 555,8 Millionen Streams.

15 Prozent Plus Musikkonsum, 6 Prozent Minus Albumkäufe

Die bereits genannten 15,2 Prozent Plus im Musikkonsum errechnet Nielsen Music mittels seiner Equivalent Albums aus physischen und digitalen Album-Verkäufen, Song-Downloads und Streaming. Insgesamt haben die US-Amerikaner demnach 549,11 Millionen Equivalent Albums konsumiert – 15,2 Prozent mehr als im Vorjahr.

Verkauft wurden in den USA im vergangenen Jahr 241,39 Millionen Alben, digital und physisch, was ein Minus von sechs Prozent bedeutet. Ohne Adele wäre das Minus jedoch noch größer ausgefallen: Denn mit den 7,44 Millionen Verkaufseinheiten machte "25" ganze 3,1 Prozent der gesamten Album-Verkäufe 2015 in den USA aus. Und das, obwohl das Album nur sechs Wochen vor Jahresende erschien.

Ohne Adeles "25" hätten Album-Verkäufe ein Minus von neun Prozent eingefahren. Natürlich schnappte sich Adele mit "25" schließlich auch mühelos Platz eins der US-Jahrescharts 2015 – und war damit nach 2011 und 2012 ein drittes Mal Jahresbeste. Details zu den US-Jahrescharts gibt's in der gesonderten News >> US-Jahrescharts 2015: Adeles "25" verkaufte sich fast 7,5 Mio. Mal <<.

Song- und Album-Downloads fallen

Während Streaming wächst, schrumpft der Download-Markt, besonders Song-Downloads. Mit 964,8 Millionen Track-Downloads fällt die Zahl um 12,5 Prozent auf unter eine Milliarde Einheiten. Der meistgekaufte Downloads war Ronsons "Uptown Funk" mit 5,529 Millionen Einheiten.

Auch Alben wurden 2015 weniger in Digitalform erworben als 2014. Hier ist das Minus jedoch nicht so groß wie bei den Song-Downloads. Mit 103,3 Millionen Album-Downloads waren es lediglich minus 2,9 Prozent. In den Vorjahren lag das Minus bei über neun Prozent. Das beliebteste digitale Album war Adeles "25" mit 2,31 Millionen Downloads.

Physische Alben im Minus, aber Vinyl rockt

Physische Tonträger verlieren weiterhin an Zugkraft. Insgesamt wurden 137,5 Millionen physische Alben gekauft, ein Minus von 8,3 Prozent.

Doch der Vinyl-Sektor erfreut sich weiterhin großer Beliebtheit. Ein Plus von 29,8 Prozent hat der Nischenmarkt 2015 in den USA verzeichnet, die 11,9 Millionen verkauften Platten machen dort mittlerweile fünf Prozent aller Album-Verkäufe aus.

Das beliebteste Album als Longplayer war ebenfalls Adeles "25" mit 116.000 Einheiten.

Anteile der Labels

Mit 38,5 Prozent ist Universal Music nach wie vor Branchenprimus in den USA. Der Anteil verringerte sich nur geringfügig um 0,2 Prozent.

Sony Music kletterte hingegen um ein ganzes Prozent nach oben auf 29,5 Prozent Marktanteil. Dies ist ebenfalls Adeles "25" zu verdanken, denn das Album wird in den USA über Sonys Label Columbia vertrieben.

Warner Music holte 18,7 Prozent Marktanteil, während der Indie-Sektor 12,6 Prozent des Marktes ausmachten. Nielsen basiert diese Zahlen auf Album-Verkäufen inklusive Track Equivalent Albums und wertet nach Vertrieb aus, d.h. Tonträger im Vertrieb von beispielsweise Sony Music, die aber tatsächlich unabhängig sind, wurden für diese Auswertung zum Major hinzugenommen.

Genaue Umsatzzahlen der US-Musikindustrie von 2015 wurden aktuell noch nicht bekanntgegeben.

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