20.09.2010
International
Paris - Die Union des Producteurs Phonographiques Français Indépendants (UPFI), der unabhängige Produzentenverband Frankreichs, ist unzufrieden mit den Maßnahmen der französischen Regierung zur Unterstützung des Musiksektors. Sie hätten keine signifikanten wirtschaftlichen Auswirkungen, so die UPFI in einem Statement gegenüber "Billboard".
Angeführt von Patrick Zelnik, CEO des Indies Naive, hatte die französische Regierung im Januar dieses Jahres eine vom Staat subventionierte Music Card vorgestellt, die im Oktober eingeführt werden sollte. Junge Konsumenten sollten damit vergünstigten Zugang zu legalen Musikdiensten erhalten. Das Vorhaben zur Förderung kultureller Güter im Netz wurde von der französichen Musikindustrie, inklusive der UPFI, befürwortet.
Gleiches galt für das Three-Strikes-Modell, das bereits läuft, bisher allerdings noch keine Warnung an illegale Filesharer hervorgebracht hat. Nun wirft Jérôme Roger, General Director UPFI, der Regierung vor, die geplanten Maßnahmen lieblos umzusetzen. Das Steuersystem etwa, das 2007 implementiert wurde, um Labels bei der Nachwuchs-Förderung zu unterstützen, funktioniere nicht. Es sei zu umständlich, an das Geld zu gelangen.
Roger wies außerdem auf den aus Steuern finanzierten Fonds hin, mit dem die Kinoindustrie Frankreichs unterstütz wird. Diese Steuer wird von den Internet Service Providern verlangt und wurde trotz starker Opposition durch die Anbieter beibehalten. So etwas müsse es auch für die Musikindustrie geben.