11.08.2009  Recorded Music  Digital+Mobil

UK-Studie: Großes Interesse an Musik-Flatrate

 

Hertfordshire - Laut einer Studie der britischen Universität von Hertfordshire finden 85 Prozent der befragten P2P-User ein Flatrate-Musikangebot wünschenswert. Im Gegensatz dazu würden nur 78 Prozent der Befragten für einen Streaming-Service wie Spotify zahlen wollen.

Insgesamt kamen bei der Studie 1808 Personen im Alter von 18 bis 24 zu Wort. Davon gaben 61 Prozent zu, dass sie über ein P2P-Netzwerk illegal Musik downloaden. Diese Zahl hat sich seit letzten Jahr nicht verändert, wie "Billboard" berichtet. Zudem kopieren 86 Prozent CDs für Freunde und 75 Prozent haben schon einmal Musik per E-Mail, Bluetooth, Skype oder MSN verschickt.

Die Lösung für das scheinbar unaufhaltsame illegale Downloaden von Musik liegt den Ergebnissen der Studie zufolge bei einem legalen Flatrate-Angebot. Nicht nur würden sich 85 Prozent der P2P-Nutzer über eine solche Möglichkeit freuen, 57 Prozent von ihnen geben an, dass sie dadurch aufhören würden, illegal Musik herunterzuladen. Feargal Sharkey, Chief Executige des Branchenverbands UK Music, der die Studie in Auftrag gab: "Wenn sie bereit sind, mit uns zusammenzuarbeiten, wenn wir ihnen einen 'all-you-can-eat'-Download-Service bieten, nun dann sollten wir uns als Industrie der Herausforderung stellen und ihnen einen derartiven Service bieten."

Sharkey schließt aus der Studie, dass junge Menschen heutzutage der Meinung seien, sie könnten Musik kostenlos bekommen und würden dabei nicht erwischt werden. Joel Tenenbaum, der Bostoner Student, der kürzlich wegen illegalem File-Sharing zu einer Strafe von 675.000 US-Dollar verurteilt wurde (www.musikmarkt.de berichtete), sieht das Problem "Billboard" zufolge darin, dass die Werte sich mittlerweile geändert haben: "Die meisten Leute würden für Musik zahlen, wenn sie wüssten, dass die Einnahmen direkt an die Künstler gehen. Wenn eine ganze Generation ohne Aufsicht über unbegrenzt verfügbare Musik aufwächst, dann wird Musik letztlich zu einem kostenlosen Gut. Es ist ein wenig spät für eine kleine aber sehr mächtige Minderheit zu versuchen, ihren Willen durchzusetzen und die Normen einer ganzen Generation zu ändern."

In Großbritannien gibt es erste Tendenzen, Flatrate-Dienste aufzubauen: Der britische Internet-Service-Provider Virgin Media und Universal Music planen bereits einen gemeinsamen Musik-Abo-Service (www.musikmarkt.de berichtete).

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