24.08.2010
International
London - Berichten von "Music Week" zufolge drängen die Verantwortlichen des britischen iTunes-Stores darauf, die Veröffentlichung von Singles der jeweiligen Radio-Premiere anzugleichen. Angeblich soll iTunes in letzter Zeit auch vermehrt Songs beworben haben, bei denen diese zwei Daten zusammenfallen.
Labels und Manager sollen bereits ihre Möglichkeiten durchdenken, sollte iTunes diese Vorgehensweise weiterverfolgen und ausbauen. Die Frage dabei ist, ob die redaktionelle Berücksichtigung seitens iTunes oder eine mehrwöchige Radio-Promotion sich positiver auf die jeweilige Charts-Platzierung auswirkt.
In Großbritannien werden Songs für gewöhnlich rund sechs Wochen vor der Veröffentlichung bereits im Radio gespielt. Einige Branchenvertreter, insbesondere die Künstlermanagement-Vereinigung MMF, setzen sich schon länger für eine Verkürzung oder gänzlichen Abschaffung dieser Zeitspanne ein.
"iTunes vertritt die Meinung, dass es verrückt ist, Nachfrage zu generieren, ihr aber nicht nachzukommen", erklärt Jon Webster, CEO von MMF. Webster sieht das ähnlich und denkt außerdem, dass die mehrwöchige Zeitspanne bis zur Veröffentlichung illegales Herunterladen von Songs begünstigt – Fans hätten quasi keine andere Wahl, als einen Track illegal herunterzuladen, wenn er offiziell noch nicht erschienen ist, so Webster laut "Music Week".
Bei Apple heißt es derweil jedoch, dass es bei iTunes keine Änderung der redaktionellen Richtlinien gäbe – alle Singles würden für eine mögliche Promotion berücksichtigt. Derzeit hat iTunes.co.uk drei Möglichkeiten, Tonträger zu bewerben: durch den kostenlosen Single-Download der Woche, den "free discovery"-Download und den wöchentlichen Newsletter zu Neuerscheinungen.