07.01.2016  Recorded Music  International

UK-Jahresauswertung 2015: Streaming treibt Wachstum von 3,5 Prozent voran

 

London – 2015 war ein gutes Jahr für die britische Tonträgerindustrie. Wie deren Verband, die British Phonographic Industry (BPI), vermeldet, wuchsen die Einzelhandelsumsätze auf 1,1 Milliarden Pfund (1,5 Milliarden Euro) – ein Plus von 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Vor allem Musik-Streaming trug maßgeblich zum Wachstum bei.

Insgesamt wurden 2015 in UK rund 26,8 Milliarden Einzel-Streams gezählt, was eine Zunahme von 82 Prozent bedeutet (2014: rund 14,8 Millarden). Würden neben Musik-Streams bei reinen Audio-Diensten wie Spotify noch Musik-Video-Streams von YouTube & Co. gezählt, würde das Streaming-Volumen laut BPI die 50-Milliarden-Marke überschreiten.

Damit findet in Großbritannien nun rund ein Fünftel des Musikkonsums als Stream statt. Für Streaming-Abos gaben die Briten 2015 rund 251 Millionen Pfund (342 Millionen Euro) aus. 2014 waren es "nur" 168 Milionen Pfund (229 Millionen Euro).

Die Download-Umsätze gingen 2015 um rund 14 Prozent zurück und belaufen sich auf 293 Millionen Pfund (399 Millionen Euro). Zusammengerechnet machen digitale Formate in UK inzwischen 54 Prozent des Gesamt-Umsatzes aus.

Physisch bleibt wichtig

Entsprechend gingen die CD-Verkäufe zurück, jedoch weniger stark, als zu erwarten war. Laut Official Charts Company wurden im vergangenen Jahr 53 Millionen CDs im Gesamtwert von 468 Millionen Pfund (638 Millionen Euro) abgesetzt – ein Minus von 3,9 Prozent. Damit zeichnet die CD trotz des Streaming-Booms trotzdem immer noch für zwei Drittel aller Albumverkäufe in Großbritannien verantwortlich.

Vinyl erfreute sich weiterhin großer Beliebtheit: 2015 wurde die Grenze von zwei Millionen Verkaufseinheiten überschritten – das beste Ergebnis seit 21 Jahren. Die Gesamtumsätze des physischen Marktes blieben konstant auf rund 515 Millionen Pfund (702 Millionen Euro).

Die Jahres-Top 10: Very British!

Das meistverkaufte Album des Jahres 2015 war dabei eines, das weiterhin nur physisch und als Download verfügbar ist: "25" von Adele. Gemeinsam mit ihren Landsmännern Ed Sheeran und Sam Smith führt die Britin die dortigen Jahrescharts an. Mit Elvis Presley, Justin Bieber und Taylor Swift folgen dann drei nordamerikanische Künstler, bevor vier weitere UK-Acts auftauchen.

Die erfolgreichste Single 2015 in UK geht darüber hinaus auch auf das Konto eines Briten, zumindest zu 50 Prozent: "Uptown Funk", geschrieben von Mark Ronson, gesungen von Bruno Mars.

UK-Album-Charts 2015 – Top 10
1. Adele "25" (XL Recordings/Beggars Group)
2. Ed Sheeran "x" (Asylum/Atlantic Records UK/Warner Music UK)
3. Sam Smith "In The Lonely Hour" (Capitol/Universal Music UK)
4. Elvis Presley "If I Can Dream" (Sony Music CG/Sony Music Entertainment UK)
5. Justin Bieber "Purpose" (Def Jam/Virgin EMI/Universal Music UK)
6. Taylor Swift "1989" (EMI/Virgin EMI/Universal Music UK)
7. Jess Glynne "I Cry When I Laugh" (Atlantic Records UK/Warner Music UK)
8. James Bay "Chaos And The Calm" (Republic Records/Virgin EMI/Universal Music UK)
9. Coldplay "A Head Full Of Dreams" (Parlophone/Warner Music UK)
10. George Ezra "Wanted On Voyage" (Columbia Label Group/Sony Music Entertainment UK)

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