06.02.2014  Recorded Music  Wirtschaft

Twitter Aktie: stolzer Umsatz jedoch kaum Nutzerwachstum

 

New York/Düsseldorf – Die Twitter-Aktie konnte den hohen Erwartungen nicht gerecht werden und stürzte nach Börsenschluss um bis zu 18 Prozent ab, was beim Börsenwert des Kurznachrichtendiensts etwa sechs Milliarden US-Dollar entspricht.

Was die Anleger laut "Wirtschaftswoche" verschreckt haben dürfte, ist das schwache Nutzerwachstum sowie das Fallen der Timeline Views, mit denen gemessen wird, wie stark Tweets wahrgenommen werden. Demnach gewann Twitter im vergangenen Quartal, dem ersten seit dem Börsengang im November, etwa neun Millionen Nutzer hinzu – das schwächste Wachstum seit Gründung. Eine Millionen davon kamen aus den USA. Twitter verzeichnet mittlerweile 241 Millionen Nutzer weltweit, 54 Millionen davon aus den USA.

Durchwachsenes Quartal

Die US-Nutzer-Zahlen spielen laut "Wirtschaftswoche" eine besondere Rolle für Twitter, da der Dienst in den USA einen höheren Anzeigenpreis verlangt, als im Rest der Welt. Deshalb ist auch der Umsatz pro Nutzer in den USA wesentlich höher als in den übrigen Märkten. Im vergangenen Quartal stieg der Umsatz pro US-Nutzer von 2,10 auf 2,89 Dollar, im Rest der Welt von 23 auf 34 Cent pro User.

Eben weil Twitter von Anzeigenpreisen lebt, dürfte auch der Rückgang der Timeline Views die Aktionäre beunruhigen. Dabei sind die übrigen Zahlen, die das Unternehmen vorweisen konnte, gar nicht schlecht: So generierte Twitter im letzten Quartal 243 Millionen Dollar Umsatz, was einem Zuwachs von 116 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal entspricht und sogar die Erwartungen der Analysten (218 Millionen Dollar) übertraf.

Dies ändere jedoch nichts daran, dass Twitter nach wie vor mehr Geld verliere als es umsetze, heißt es weiter. Der Verlust betrug im gesamten Jahr 2013 645 Millionen Dollar. Demgegenüber steht ein Umsatz in Höhe von 665 Millionen Dollar. Im jahr davor waren es 79 Millionen Dollar Verlust bei 316 Millionen Dollar Umsatz. Die enorme Steigerung des Verlusts liege in erster Linie an den Kosten für Mitarbeiteraktien sowie Ausgaben im Bereich Forschung und Entwicklung. Letztere ist jedoch auch in Zukunft notwendig, um die Sorgen der Aktionäre, bei Twitter könnte es sich nach allem doch nur um ein Nischenprodukt handeln, aus dem Weg zu räumen.

Grund zur Hoffnung

Was laut "Wirtschaftswoche" gegen den Abgesang auf Twitter spricht: Zum einen hatten die Anleger die Twitter-Aktie "in der Hoffnung auf gute Quartalszahlen (...) in den vergangenen Tagen auf 66 Dollar hochgeboten und den Börsenwert auf 36 Milliarden Dollar getrieben". Das entspreche mehr als dem 32-fachen des für 2014 erwarteten Umsatzes in Höhe von 1,2 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: Facebook wird für das 14-fache des voraussichtlichen Jahresumsatzes (elf Milliarden Dollar), Google für das Fünffache (70 Milliarden Dollar) gehandelt. Zudem liefen Mitte Februar Haltefristen für die Twitter-Mitarbeiter sowie das Twitter-Management aus, so dass etwa 450 Millionen Aktien frei handelbar werden.

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