04.03.2016  Recorded Music  Digital+Mobil

Transparenz in Echtzeit: Sony Music gewährt Einblick in Streaming-Daten

 

Stockholm – Transparenz soll für Sony Music nicht mehr nur ein Schlagwort sein. Die schwedische Vertretung des Majors hat daher eine App entwickelt, mit dem die Künstler ihre Lizenz-Einnahmen in Echtzeit verfolgen können, berichtet musicbusinessworldwide.com. Entwickelt wurde die App unter der Leitung der frühreren Spotify-Executive Michelle Kadir.

Michelle Kadir war vor ihrem Wechsel zu Sony Music Sweden 2015 sechs Jahre lang bei Spotify tätig. Dort arbeitete sie zunächst als Project Manager und stieg dann zum Senior Director Of Content & Distribution auf.

Gegenüber dem News-Portal "Weekend" erklärte Kadir: "Transparenz war unser Leitbegriff bei der Entwicklung der App." Zudem habe man realisiert dass "heutzutage das wichtigste für einen Künstler seine digitale Präsenz und das Durchdringen des Lärms ist".

Was also soll die neue Plattform können? Sie zeigt laut Sony Music Künstlern ihre Lizenz-Einnahmen in Echtzeit. Zudem liefert die App Informationen über das plattformübergreifende Streaming-Volumen eines Künstlers, verbunden mit Airplay-Daten und einer Erfassung der Hörer nach Alter, Geschlecht und Wohnort.

Darüber hinaus zeigt die App auf einer Weltkarte als "Heat Map" die Regionen an, in denen der Künstler besonders populär ist – was auch beispielsweise bei der Buchung von Tourneen relevant sein könnte. Zu guter Letzt misst die App auch die Social-Media-Relevanz des Acts bei Twitter, Instagram und Facebook.

Weltweiter Launch noch dieses Jahr

Die App ist vorerst den bei Sony Music Sweden gesignten Künstlern vorbehalten, ein weltweiter Launch wird voraussichtlich noch dieses Jahr folgen.

Einen höheren Anteil aus den Streaming-Einnahmen ihres Labels dürfen die Interpreten durch die neue App nicht erwarten, jedoch kommt Sony Music somit dem lauten Ruf der Künstler-Community nach mehr Transparenz nach.

Laut "Weekend" hat Sony eine "erhebliche Summe" in die Entwicklung der App gesteckt, was sich letztlich als Investition im Konkurrenzkampf der Majors um das Signing eines Künstlers erweisen könnte.

Vorbild Kobalt

Bereits im vergangenen Jahr hat die Universal Music Publishing Group ein Portal an den Start gebracht, mit dem ihre Autoren "ohne zusätzliche Gebühren online einen finanziellen Vorschuss gegen Abgabe eingehender Lizenzgebühren beantragen können".

Hinsichtlich künstlerbezogener Datenportale wird jedoch weitestgehend Kobalt als Vorreiter angesehen. Nun scheinen die Majors diesem Beispiel zu folgen.

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