06.10.2011
International
Paris – Aus Frankreich kommen erstmals handfeste Zahlen zum Stand der Umsetzung des "Three Strikes"-Gesetzes: Laut verschiedenen Quellen haben demnach knapp 700.000 Internet-User mindestens eine Verwarnung durch die Haut Autorité pour la diffusion des oeuvres et la protection des droits sur Internet (HADOPI) erhalten, also etwa drei Prozent der französischen Bevölkerung.
44.000 hatten schon mindestens zwei Briefe im Postfach und insgesamt 60 könnten sich schon bald von ihrem Internetzugang verabschieden. Zunächst hat allerdings jeder User, der die dritte Warnung erhält, die Möglichkeit, Berufung einzulegen. Ansonsten wird eine Geldstrafe in Höhe von etwa 1500 Euro fällig sowie die Sperrung des Internetzugangs bis zu einem Monat.
Laut "Billboard" waren es im vergangenen Monat 650.000 Internet-User mit mindestens einer Verwarnung sowie etwa 471.000 im Februar. HADOPI verschickt seit Oktober 2010 Warnhinweise an mutmaßliche Filesharer. Bei drei Verwarnungen innerhalb eines Jahres wird's ernst.
Auch Kanada plant die Implementierung eines Warnhinweismodells und hat bereits einen entsprechenden Vorschlag beim Parlament eingereicht, meldet "Heise". Wie auch in anderen Ländern sollen Internetanbieter in die Pflicht genommen werden, Kundendaten herauszugeben, falls der Verdacht auf Urheberrechtsverletzungen besteht. Internetsperren sehe der Gesetzesentwurf nicht vor.