08.02.2012  Recorded Music  Wirtschaft

"The Voice of Germany" hebt ProSiebenSat.1-Stimmung

 

Berlin - Das nennt man Mut zu großen Worten. "The Voice of Germany" habe "die deutsche Fernsehlandschaft verändert", resümierte Sat.1-Unterhaltungschef Wolfgang Link frohgelaunt am Mittwoch in aller Medienöffentlichkeit in Berlin.

So etwas hat in der Tat schon lange kein Fernsehmanager mehr von einer Sendung aus seinem Hause behauptet. Die Verantwortlichen der auf ProSiebenSat.1 ausgestrahlten Castingshow sind offenbar immer noch - oder schon wieder - überwältigt vom Erfolg ihres Formats, das ja gerade erst mit einer "Goldenen Kamera" in der Sparte beste Unterhaltung ausgezeichnet wurde. Es läuft also "grandios" vor dem Finale am Freitag, was Wolfgang Link mit Zahlen aus der Social Media-Sphäre untermauerte.

Auf Facebook hat die Show momentan über 400.000 Follower, was knapp 75.000 weniger sind als auf der offiziellen Facebook-Fanseite von DSDS. Die Homepage von "The Voice of Germany" sei zudem über 50 Millionen Mal angeklickt worden. "Die Show hat das Land aufgerollt und unsere Erwartungen übertroffen", so Wolfgang Link, der diese Einschätzung nur allzu gern allen anfänglichen Skeptikern ins Stammbuch diktierte. "Als wir das Format entdeckten, wurde uns oft gesagt: Noch eine Castingsshow im deutschen Markt zu etablieren, funktioniere nicht. Aber wir haben auf Qualität und Anstand gesetzt und es funktioniert!"

Und mit dem Eindruck soll die erste Staffel auch beim Finale, das am Freitag ab 20.15 Uhr auf Sat.1 ausgestrahlt wird, zu Ende gehen. Dann werden die vier Finalisten – Kim Sanders, Michael Schulte, Ivy Quainoo und Max Giesinger – nicht alleine auf der Bühne stehen. Die Talente werden allein singen sowie zusammen mit ihren Coaches. Außerdem werden sie mit prominenten Duett-Partnern auftreten. Und in punkto Prominenz der Mitsing-Gäste haben sich die Fernsehmacher nicht lumpen lassen. So wird Ivy Quainoo von Florence And The Machine unterstützt (der erste Auftritt der Briten im deutschen Fernsehen). Kim Sanders singt gemeinsam mit Marlon Roudette, Michael Schulte zusammen mit Ed Sheeran und Max Giesinger bekommt Katie Melua an die Seite. Für ihn schon eine Art Vorablohn für die Finalteilnahme, da er in genau diese Sängerin schon früh verknallt war, wie der 23-Jährige auf der Pressekonferenz in der Axica Sky Lobby direkt neben dem Brandenburger Tor offenbarte.

Der Sieger oder die Siegerin des Finales wird nicht von den Coaches Nena, Xavier Naidoo, Rea Garvey und Team Bosshoss bestimmt werden, sondern von den Zuschauern. Sie können einerseits telefonisch abstimmen, andererseits zählen auch ihre legalen Downloads von diversen Musikplattformen, auf denen die bereits produzierten Songs der vier Finalteilnehmer vertreten sind. Jeder Download zählt bei der Abstimmung doppelt soviel wie ein Telefonanruf.

Interessant sind in dem Zusammenhang die aktuellen Downloadzahlen (Stand Montag), die der Sat.1-Unterhaltungschef auf der Pressekonferenz nannte. So lag Ivy Quainoo mit ihrer Single "Do You Like What You See" vorn, gefolgt von Michael Schulte mit "Carry Me Home" auf Platz zwei. Dritte ist momentan Kim Sanders mit "Haunted" und Vierter Max Giesinger mit "Dach der Welt". Allerdings liegen alle Finalisten so dicht beieinander, dass die Reihenfolge noch längst keine Vorentscheidung belegt.

Abgesehen davon, dass sämtliche Finalisten bereits in den Top 10 der iTunes-Charts stehen, zeigen sie sich unabhängig vom Finalausgang grundsätzlich vom Erfolg ihrer Showteilnahme überzeugt. Alle wollen im Musikbiz weitermachen. Schließlich sähen sie sich keineswegs als "Casting-Tölpel" verbrannt, so Max Giesinger. Er habe die positive Erfahrung gemacht, dass er von anderen Musikern nach wie vor als Musiker wahrgenommen werde. Und seinen ersten gebuchten Termin nach der Show habe er auch schon längst in der Tasche: Beim Dorffest seines Heimatortes Waldbronn im August. Der Bürgermeister hat ihn ausdrücklich eingeladen.

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