12.01.2016  Recorded Music  Wirtschaft

Tarife für Hintergrundmusik: GEMA einigt sich mit Gastronomie und Handel

 

München - Seit 1. Januar 2016 gelten neue GEMA-Tarife für die Nutzung von Hintergrundmusik in Gastronomie und Handel. Die Verwertungsgesellschaft hatte sich Ende Dezember mit der Bundesvereinigung der Musikveranstalter (BVMV) über die Höhe und strukturellen Veränderungen der Vergütungssätze geeinigt.

Bislang waren Musikwiedergaben – es geht hier um die Tarife für Radio- (R) und regelmäßige Tonträgerwiedergabe zur Unterhaltung ohne Veranstaltungscharakter und ohne Tanz (MU III) – auf Großflächen im Vergleich mit Kleinflächen deutlich günstiger. Die neuen Tarife bauen diese degressive Vergütungsstruktur stufenweise ab 1. Januar 2016 bis 2019 ab.

Ernst Fischer, Präsident des DEHOGA Bundesverbandes und Vorsitzender der BVMV, kommentiert: "Nach langwierigen Verhandlungen haben sich die Bundesvereinigung der Musikveranstalter (BVMV) und die GEMA Ende Dezember 2015 auf eine vertragliche Regelung bezüglich struktureller Änderungen in den sehr häufig genutzten Radio- und regelmäßige Tonträgerwiedergabetarifen verständigt. Zahlreiche weitere GEMA-Forderungen, die noch erhebliche Kostensteigerungen mit sich gebracht hätten, konnten im Interesse der Mitgliedsverbände der BVMV und deren Verbandsmitgliedern erfolgreich abgewehrt werden."

GEMA-Vorstandsmitglied Georg Oeller: "Mit der Tarifvereinbarung im Bereich der Hintergrundmusik konnten wir einen ersten wichtigen Schritt hin zur Linearisierung unserer Vergütungssätze erreichen. Für unsere Mitglieder führt der Abbau der Degression zu einer angemesseneren Vergütung für die Nutzung ihrer Musikwerke in größeren Gaststätten und Einzelhandelsbetrieben."

Zusätzlich hat die GEMA mit der BVMV eine Erhöhung der Tarife FS, BT, WR-S1, VR-W I, U-T, U, WR-N, S-TV um jeweils 1,3 Prozent vereinbart. Zur Bundesvereinigung der Musikveranstalter gehören u.a. der Europäische Verband der Veranstaltungszentren e.V. (EVVC), der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband e.V. (DEHOGA), der Handelsverband Deutschland e.V. (HDE) und die Bundesvereinigung kommunaler Spitzenverbände.

Tarifveränderungen für die Wiedergabe von Hintergrundmusik

... in der Gastronomie

Bei einer Fläche von bis zu 100qm: Die Vergütung steigt schrittweise von aktuell 185,80 Euro jährlich auf 194,90 Euro jährlich im Jahr 2019.
Bei einer Fläche von bis zu 500qm: Die Vergütung steigt von aktuell 541,30 Euro jährlich auf 682,15 Euro jährlich.

Auch die Vergütungssätze für Hörfunkwiedergaben werden angeglichen. Nutzen Gastronomie-Betriebe das Radio als Hintergrundmusik, sind dafür künftig die gleichen Vergütungssätze abzutreten wie für Tonträgerwiedergaben. Bislang haben hier zwei Vergütungsstufen – für Flächen bis zu 100qm und über 100qm – gegolten.

... im Handel

Bei einer Fläche von bis zu 100qm: Die Abgabe steigt von derzeit 76,90 Euro jährlich schrittweise auf 87,70 Euro jährlich in 2019.

Bei einer Fläche ab 200qm wird die unterschiedlich vorhandene Degression der bislang gültigen Sätze schrittweise bis 2019 auf eine Vergütung von zusätzlichen 22,00 Euro je weitere 100qm abgeändert.

Details zu den neuen Tarifen für Hintergrundmusik in Handel und Gastronomie stellt die GEMA als PDF-Download auf www.gema.de/pm_hintergrundmusik zur Verfügung. Eine Übersicht aller Tarife gibt es auf www.gema.de/ad-tarife.

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