12.02.2016  Live Entertainment  Szene

Super Bowl: Big Biz für Musikbranche

 

München - Beim Super Bowl 2016 am 7. Februar brillierte vor allem eine: Beyoncé nutzte die Show als Marketing-Plattform. Für die Branche ist das Sport-Spektakel längst zum lukrativen Geschäft geworden.



Sie stahl mal eben allen die Show: Mit ihrer wuchtigen Performance stellte Beyoncé den Hauptact, die britischen Rocker von Coldplay, in den Schatten. Die US-Sängerin wusste die Halbzeit-Show des Super Bowl zu ihren Gunsten zu nutzen.

Im Vorfeld des NFL-Finalspiels veröffentlichte der US-Superstar die neue Single "Formation" inklusive eines Videoclips mit politischer Message, im Anschluss kündigte sie ihre Welttournee 2016 an.

Eine clevere Strategie. Denn 112 Millionen Fernsehzuschauer verfolgten das Spektakel. Allein in Deutschland schalteten knapp zwei Millionen Zuschauer zum Football-Finale auf Sat.1 ein – ein neuer Rekord.

Erste Liga

Der Super Bowl, das Finale der US-amerikanischen Football-Liga, gehört zu den weltweit größten TV-Ereignissen des Jahres. Für Labels und Musikverlage die ideale Plattform, ihre Künstler und Neuveröffentlichungen einem Millionenpublikum zu präsentieren.

Werbespots während des sportlichen Großereignisses verschaffen internationale Aufmerksamkeit – kosten allerdings auch ein Vermögen. Markenartikler blättern bis zu fünf Millionen US-Dollar für einen 30-sekündigen Spot hin.



Werbung wird zu Entertainment

Die Werbebranche nutzt den Super Bowl, um neue Spots zu lancieren. Dadurch erreichen die Marketing-Kampagnen Millionen von Konsumenten. Ein weiterer Pluspunkt: Der Super Bowl vereint alle Generationen vor dem Fernseher.

Längst gehören die aufwändigen Spots zur Fankultur rund um den Super Bowl. Fans tauschen sich über die besten Songs aus, Medien küren die witzigsten Spots.

Neben neuen Titeln von Newcomern kommt auch regelmäßig Katalog-Repertoire zum Einsatz. Dieses Jahr war neben älteren Songs von Seal, Aerosmith und David Bowie auch ein Stück der Indie-Band Battles zu hören.

"Da Werbezeiten im Rahmen des Super Bowl Rekordpreise erzielen, führt dies oft auch zu höheren Lizenzgebühren für Musik", erläutert Patrick Jöst, Executive Vice President der Abteilung Licensing & Marketing International bei BMG in Los Angeles, im "musikmarkt"-Interview.

Wie viel eine Marke für die Lizenzierung eines Songs in einem Super-Bowl-Spot bezahlt, ist eines der bestgehüteten Geheimnisse der Branche. Je nach Bekanntheit des Interpreten und in welcher Form und Länge ein Song verwendet wird, beläuft sich die Lizenzgebühr angeblich von 100.000 bis zu einer Million US-Dollar.



Dank einer Platzierung in einem Super-Bowl-Spot können ältere Songs neu entdeckt werden, unbekannte Künstler erhalten globale Aufmerksamkeit.

Der Musik-Erkennungsdienst Shazam läuft während des Events auf Hochtouren. Die Tracks werden auf Social-Media-Kanälen wie Facebook, Twitter und Instagram geteilt – was letztendlich zu steigenden Klicks, Downloads und Streams führt.

Top-Stars

Beim Super Bowl traten bislang u.a. Stars wie Michael Jackson, die Black Eyed Peas, Madonna, Prince und Paul McCartney auf.

Zu den erfolgreichsten Halbzeit-Auftritten – und gleichzeitig den meistgesehenen TV-Events der amerikanischen Geschichte – zählen Madonnas Halbzeit-Performance 2012 mit über 114 Millionen Zuschauern sowie Beyoncés erster Auftritt im Jahr 2013 mit insgesamt 110,5 Millionen Zuschauern.

Bereits vor drei Jahren nutzte Beyoncé den Super Bowl, um nach einer längeren Pause wieder auf sich aufmerksam zu machen. Ende 2013 veröffentlichte sie überraschend ein neues, selbstbetiteltes Album über Columbia Records. Album Nummer sechs dürfte noch dieses Jahr folgen.

Übrigens: Die Denver Broncos setzten sich gegen die Carolina Panthers durch und holten damit zum dritten Mal in der Vereinsgeschichte den Super Bowl nach Colorado.



Hintergrund: Super Bowl

Nicht nur die Werbespots, auch die Auftritte der Halbzeit-Show beim Super Bowl sind bei Labels und Künstler gefragt. Die so genannte "Halftime-Show" erzielt oft noch höhere Quoten als das NFL-Finalspiel selbst.

In den vergangenen Jahren sorgten u.a. Madonna, Janet Jackson, Justin Timberlake, Bruno Mars, Katy Perry und Missy Elliott für offene Münder vor den Bildschirmen.

Dieses Jahr wurde die Show von Lady Gaga eröffnet. Sie sang die National-Hymne. Neben Hauptact Coldplay standen Beyoncé und Bruno Mars auf der Bühne im Levi's Stadium im kalifornischen Santa Clara.

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