06.07.2012
Radio+Records
Leipzig – Einer Studie der Universität Leipzig zufolge hören 93 Prozent der Jugendlichen Musik auf der Videoplattform YouTube. Nur 18 Prozent der Jugendlichen würden hingegen regelmäßig auf Radioprogramme auf klassischen Radiogeräten zugreifen.
Jugendliche zwischen zwölf und 19 Jahren hören fast nur noch mit dem Computer, Smartphone oder MP3-Player Musik. Das fand der Leipziger Medienwissenschaftler Prof. Dr. Bernd Schorb innerhalb der Langzeitstudie „Klangraum Internet“ heraus und ergänzte, dass „YouTube tatsächlich gehört und nicht geguckt“ wird. Musikvideos würden die jungen Musikfans nur anschauen, um Tanzschnitte nachzumachen oder Gitarrenriffs zu lernen.
Nur 18 Prozent der Befragten nutzen der Studie nach regelmäßig klassische Radiogeräte zum Musikhören. Von denjenigen, die online Musik genießen, besuchen 27 Prozent die Homepages der bekannten Radiosender, 36 Prozent wiederum nutzen lieber spezialisierte Webradios. Viele stellen sich eigene Playlists zusammen, die sie dann mit Freunden teilen. Dass Webradio sich allerdings großer Beliebtheit erfreut, zeigt die neue Webradiostudie 2012 des Radiovermarkters RMS.
„Jugendliche schauen fern, sie hören Radio und sie hören noch mehr Musik – aber sie machen das alles online, dazu haben sie den Computer im Kinderzimmer und den Computer in der Hosentasche – das Smartphone,“ fasste der Medienwissenschaftler die Ergebnisse der "Klangraum Internet"-Studie zusammen.
Seit 2003 haben Prof. Dr. Schorb und sein Team in der Langzeitstudie „Klangraum Internet“ mehr als 3806 Jugendliche zu Mediennutzungsgewohnheiten befragt.