07.02.2011  Recorded Music  Digital+Mobil

Studie: Copyright-Verstöße bei einem Viertel des Internet-Traffics

 

Hannover – Die britische Analysefirma Envisional hat im Auftrag von NBC Universal eine Studie zum Thema Datenverkehr im Netz durchgeführt. Demnach würden illegal verbreitete urheberrechtliche geschütze Daten 23,76 Prozent des gesamten Traffics ausmachen.

"heise online" zitierte die wichtigsten Ergebnisse der Studie: Spiel- und Pornofilme würden mit jeweils knapp über 35 Prozent den größten Teil der kopierten Dateien in Bittorrent-Netzwerken ausmachen. Auf Platz drei folgten Fernsehserien mit knapp 13 Prozent. Musikdateien lägen mit 2,9 Prozent auf dem sechsten Platz. Bei über 99 Prozent der über Bittorrent-Netzwerke verbreiteten Dateien handle es sich um urheberrechtlich geschützte Werke oder Pornografie.

Laut "Torrent Freak" sind diese Befunde allerdings mit Vorsicht zu genießen. Das Ranking wurde anhand von Filesharern erstellt, die im Moment der Stichprobe aktiv herunterluden. Da Filme viel größere Datenpakete sind als Musikstücke und Alben, sei es kein Wunder, dass Musik nur einen geringen Teil des illegalen Datenverkehrs ausmache.

Die zunehmend stärker aufkommenden Video-Streams würden mit fünf Prozent nur einen geringen Teil der illegal verbreiteten urheberrechtlich geschützten Dateien ausmachen. Bittorrent-Netzwerke seien für 17,9 Prozent, File-Hosts wie Rapidshare für sieben Prozent des Datenverkehrs im Internet verantwortlich. Das PDF zur gesamten Studie können Sie hier abrufen.

Eine weitere Studie der Internationalen Handelskammer (ICC) bezifferte den Gesamtschaden durch Fälschungen und Raubkopien innerhalb der G20-Länder auf etwa 650 Milliarden US-Dollar. Bei der Studie hätte sich die ICC-Abteilung Business Action To Stop Counterfeiting And Piracy (BASCAP) allerdings im wesentlichen auf Zahlen der Industrieverbände für Musik (RIAA, IFPI), für Film (MPAA) sowie der Business Software Alliance (BSA) berufen.

Im April 2010 hatte ein US-Gericht entschieden, dass Zahlen von Branchenverbänden mit Skepsis zu betrachten seien. Die weitere Verbreitung der Zahlen durch Behörden hatte der Gerichtshof untersagt.

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