28.07.2010  Recorded Music  Digital+Mobil

Streaming wird immer beliebter

 

Wien - Das ORF-Portal ORF.at hat sich mit den wichtigsten Online-Anbietern für Streaming-Angebote beschäftigt. Dabei kommt die Redaktion der Plattform Österreichischer Rundfunk zum Ergebnis, dass diese Dienste dem Herunterladen einzelner Song-Dateien in der Beliebtheit bei den Nutzern den Rang ablaufen. Hierzu zitiert ORF.at unter anderem Daniel Ek, Gründer von Spotify und Christoph Lange, CEO des deutschen Streaming-Portals Simfy.

"Die MP3-Datei ist zur URL geworden", zitiert das Portal Daniel Ek. Denn Spotify biete kostenlos 20 Stunden Musik pro Monat, werbefrei gibt es den Service für eine geringe monatliche Gebühr. Einen weiteren Vorteil von Diensten wie Spotify sieht ORF.at darin, dass die Musikangebote auch offline verfügbar sind und über eine App auf dem iPhone und Android-Modellen nutzbar sind. Derzeit steht Spotify in Österreich jedoch noch nicht zur Verfügung. Bisher hat der Konzern Portale in Schweden, Finnland, Frankreich, Norwegen, den Niederlanden, Spanien und England an den Start gebracht.

Der Musikdienst Simfy jedoch ist in Österreich verfügbar. Auch Christoph Lange, Simfy-Chef, sieht eine Tendenz, dass Streaming MP3 auf lange Sicht überholen wird. "Wir sehen klare Vorteile. Streaming ist im Komfort überlegen, weil man direkt loshören kann. Man ist nicht mehr von einer bestimmten Festplatte oder einem Rechner abhängig", so Lange gegenüber ORF.at. Simfy bietet derzeit rund 6,2 Millionen Musik-Titel an.

Zur Untermauerung der These, Streaming gewinne im Digitalmarkt an Wichtigkeit, zitiert ORF.at auch Georg Hitzenberger, Gründer der auf Streams basierenden Plattform für elektronische Musik Play.fm. Die gesteigerte Nutzung von Streaming-Angeboten macht es nach seiner Meinung jedoch nötig, stärker in die Technologie zu investieren. "Die Verbindungen sind derzeit noch nicht flächendeckend optimal. Im Moment kann man sich unterwegs als Konsument noch nicht durchgehend darauf verlassen, dass Streaming funktioniert", so der Gründer von Play.fm. Mit den Datenflatrates in Österreich zeigt sich Hitzenberger jedoch zufrieden: "Bei den in Österreich gängigen Datenflatrates kann man da schon einige Stunden pro Monat mobil am Handy Musik hören", so der der Chef des Portals mit Sitz in Wien.

Dort wo die Netzabdeckung derzeit noch nicht überall für Streaming ausreichend ist, haben sich Dienste wie Spotify und Simfy eine Zwischenlösung einfallen lassen: Beim Premiummodell lassen sich bei beiden Diensten Playlists auch offline anhören. Hier ist jedoch die Grenze zwischen Streaming und heruntergeladenen Dateien fließend. "Ich besitze Musik ja auch, wenn ich darauf per Streaming zugreife", so Christoph Lange von Simfy. "Das Wichtigste ist außerdem die emotionale Verbindung zur Musik, und die geht beim Streaming nicht automatisch verloren", fügt er hinzu.

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