07.01.2014  Recorded Music  Wirtschaft

Streaming wird Teil der deutschen Single-Charts

 

Baden-Baden - Ab sofort gilt für die deutschen Single-Charts auch Streaming aus bezahlten (Abo-) Streaming-Angeboten. Zudem werden auch die Streaming-Charts, in denen neben den Premium-Abo-Streams auch werbefinanzierte Streams gewertet werden, ins offizielle Chartportfolio integriert.

Die ersten deutschen Single-Charts nach der neuen Regelung erscheinen am heutigen Dienstag, am Mittwoch, 07. Januar, werden erste Auszüge veröffentlicht. Ermittelt werden die Daten von media control GfK im Auftrag des Bundesverbands Musikindustrie (BVMI). Der Wert eines Streams bewegt sich nach der Berechnungsformel aktuell im 1-Cent-Bereich und wird halbjährlich neu kalkuliert.

Dr. Florian Drücke, Geschäftsführer des BVMI, kommentiert: "Das Musikstreaming zählt derzeit zu den maßgeblichen Trends der Musiknutzung. Um dieser wachsenden Bedeutung gerecht zu werden und das Musikgeschehen über alle Kanäle und Plattformen hinweg möglichst genau wiederzugeben, schließen wir fortan auch das Streaming in die Wertung der Top 100 Single-Charts mit ein. Damit verbessern wir nicht nur die Genauigkeit der Offiziellen Deutschen Charts als wichtigsten Gradmesser für den Erfolg von Künstlern und Bands, sondern unterstreichen zugleich ihren übergreifenden Charakter als wesentliches Alleinstellungsmerkmal."

Die deutschen Single-Charts (ebenso wie die Album-Charts) ermitteln sich nicht aus Verkaufseinheiten – wie es beispielsweise in den USA und Großbritannien der Fall ist –, sondern nach Verkaufswert. D.h. das der Tonträger mit dem höchsten Ertrag die Spitze erobert, nicht der mit den meisten verkauften Einheiten. Daher wird für die Single-Charts lediglich Streaming aus entgeltlichen Streaming-Abos gewertet. Gezählt werden zudem nur Streams die 31 Sekunden oder länger gespielt werden. Da Streaming zumeist trackbasiert genutzt wird, werden Streams bis auf weiteres nur bei den Single-Charts berücksichtigt.

Näheres zum Charts-Regelwerk und den neuen Regularien gibt es auf der Homepage des BVMI auf >> www.musikindustrie.de/charts_system <<.

In den USA wird Streaming schon seit längerem in die Charts mitaufgenommen. Zudem hat die RIAA vergangenen Mai entschieden, dass Streaming auch in die Edelmetall-Wertung miteinbezogen wird. Der BVMI hatte zuletzt im Juni 2013 neue Charts-Regelungen eingeführt: Download-Only-Titel fließen seitdem automatisch in die Charts-Wertung mit ein. Außerdem war neu, dass in den Album-Charts auch rein digital erhältliche Alben gezählt werden. Die neue Regelung sorgte für Bestwerte in den darauffolgenden Charts.

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