28.06.2013  Recorded Music  Digital+Mobil

Streaming-Dienste im Test: Simfy, Spotify & Wimp liegen vorn

 

Berlin – Stiftung Warentest hat neun Streaming-Dienste unter die Lupe genommen und unter anderem in Sachen Klangqualität, Repertoire sowie Benutzerfreundlichkeit bewertet. Auch der Datenschutz, die Vertragsvereinbarungen sowie AGBs wurden untersucht, was den ein oder anderen Dienst ins Hintertreffen beförderte. Am besten schnitten Simfy, Sportify und Wimp ab.

Repertoire

Getestet wurden Simfy, Spotify, Wimp, Juke, Napster, Rdio, Sony Music Unlimited, Rara und Deezer. Um das Repertoire der Streaming-Dienste zu testen, legte sich Stiftung Warentest in Zusammenarbeit mit Musikexperten auf 100 Alben fest, von denen 84 bei Spotify und 83 bei Simfy zu finden waren. Doch auch die anderen Dienste müssten sich in Sachen Repertoire nicht verstecken, heißt es im Tesbericht von Stiftung Warentest. Lediglich Sony Music Unlimited und Rara erhielten in der Kategorie Repertoire die Note "befriedigend". Zu den Künstlern, die ihr Repertoire bislang noch nicht für Streaming-Dienste verfügbar machten, zählen die Beatles, Xavier Naidoo, Die Ärzte und Die Toten Hosen.

Klangqualität & Datenvolumen

Auch in Sachen Klangqualität erhielten Rara und Sony Music Unlimited "nur" die Note "gut". Alle anderen getesteten Dienste schnitten in dieser Kategorie mit "sehr gut" ab. Bei den meisten Streaming-Services gab es im Hörtest kaum Unterschiede zwischen der Desktop und der mobilen Version. Nur bei Juke und Rdio sei ein Unterschied feststellbar gewesen, heißt es im Testbericht weiter. Beim Datenvolumen, das während der mobilen Nutzung verbraucht wird, stellte Stiftung Warentest goße Unterschiede fest: Das Album "Solitude Standing" von Suzanne Vega verbrauchte bei Simfy ein Datenvolumen von 67, bei Juke und Rara dagegen nur 18 Megabyte – ohne merklich an Klangqualität einzubüßen.

Handhabung

Die besten Musik-Informationen liefert laut Stiftung Warentest Napster, das auch in Sachen Vielseitigkeit mit "gut" abschnitt. Nur Spotfy erhielt eine ähnlich gute Bewertung. Durch die Bank ließen sämtliche Dienste in Sachen Handhabung sowohl der Desktop- als auch der App-Version, zu wünschen übrig, heißt es im Testbericht. Lediglich die Spotify-App wird von Stiftung Warentest wegen ihres schlichten Designs und der einfache Menüführung hervorgehoben. Keiner der Dienste beinhalte "eine erweiterte Suche für genauere Abfragen" – eine Funktion, die vor allem für Klassik- oder Jazz-Fans interessant sein könne, da sich in diesen Genres oft ein Titel in verschiedenen Versionen wiederfinde.

Mangelnder Datenschutz

In der Kategorie Information und Verträge schnitt nur Spotify "gut" ab. Rara und Rdio wurden als "mangelhaft" bewertet, alle anderen Dienste erhielten die Note "ausreichend". So lieferten viele der Anbieter nur unzureichend Informationen zum Dienst selbst. Zudem mangle es an Informationen zur Verwendung der Nutzerdaten etwa nach der Kündigung eines Users. Die AGBs der meisten Dienste weisen laut Stiftung Warentest "deutliche" bis "sehr deutliche" Mängel auf. Die AGBs von Rdio beispielsweise würden 40 nach deutschem Recht unwirksame Klauseln beinhalten. Lediglich Juke könne einwandfreie AGBs vorweisen. Wimp notiert mit nur "gerinen" Mängeln in der AGB-Kategorie auf Rang drei, Simfy mit "sehr geringen" Mängeln auf Rang zwei.

Weil Deezer in seiner App Passwort und Benutzernamen unverschlüsselt versende, wurde der Dienst in der Kategorie Datenschutz der Smartphone-App als "sehr kritisch" eingestuft. Simfy, Rdio und Rara würden über ihre Apps unnötige Nutzerdaten senden – etwa die eindeutige Gerätekennung des Smartphones –, weshalb sie als "kritisch" eingestuft wurden.

Das Bewertungsschema

Erhielt ein Dienst in Sachen Datenschutz das Prädikat "sehr kritisch", wurde seine Endbewertung um eine ganze Note herabgestuft. Bei "deutlichen Mängeln" in den AGBs wurde die Wertung um eine halbe, bei "sehr deutlichen Mängeln" um eine ganze Note herabgestuft.

Dieses Bewertungsgrundlage kostete Deezer wohl einige Plätze, denn in Sachen Hörqualität und Repertoire war der französische Streaming-Dienst weit vorne mit dabei. Mit einer Gesamtnote von 4,4 landete Deezer dagegen auf dem letzten Platz. Über Rdio, das am Ende mit der Note 3,8 auf Platz sechs landete, lässt sich ähnliches sagen. Stiftung Warentest fasst Simfy, Spotify und Wimp unter "die Empfehlenswerten" zusammen. "Das Mittelfeld" besteht aus Juke und Napster, als "die Schlechten" bezeichnet die Verbraucherorganisation Rdio, Rara, Sony Music Unlimited und Deezer.

Drei Testsieger

Hier das Ranking im Überblick, wobei Simfy, Spotify und Wimp dieselbe Note erhielten. Es gibt also drei Testsieger:
01. Simfy (2,5), Spotify (2,5), Wimp (2,5)
02. Juke (2,7)
03. Napster (3,3)
04. Rdio (3,8)
05. Sony Music Unlimited (4,0)
06. Rara (4,2)
07. Deezer (4,4)

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