29.01.2016  Recorded Music  Digital+Mobil

Spotify wirbt Investoren mit Sonderkonditionen

 

Stockholm – Daniel Ek sucht wieder Investoren: Nachdem in sieben Finanzierungsrunden über sieben Jahre hinweg bereits 1,06 Milliarden US-Dollar für Spotify bereitgestellt wurden, will der Streaming-Anbieter nun weitere 500 Millionen US-Dollar in Wandelobligationen auftreiben.

Schon in der 2015er-Finanzierungsrunde wurden laut crunchbase.com 526 Millionen US-Dollar in Spotify investiert, woraufhin der Konzern mit 8,4 Milliarden US-Dollar bewertet wurde.

Spotify wolle über genug Kapital für jede "Fusionsmöglichkeit" verfügen, die sich biete, berichtet "Billboard". Erst kürzlich hatte der Streaming-Anbieter die Start-ups Soundwave und Cord Project übernommen, wohl um seinen Dienst um Messaging-Features zu erweitern. In der Vergangenheit schnappte sich Spotify bereits Echo Nest (Empfehlungen), Tunigo (Editiorial und betreute Angebote) und Seed Scientific (Datennutzung).

Doch auch die Konkurrenz schläft nicht: Im vergangenen Jahr hatte Deezer Muve Music aufgekauft und Pandora das insolvente Rdio übernommen – ein Vorstoß des Internetradio-Anbieters nach Europa wird für 2016 erwartet.

Weitere Übernahmen scheinen angesichts des umkämpften Streaming-Marktes unausweichlich. Sollte Spotify die angepeilten 500 Millionen US-Dollar bekommen, wäre auch die Akquisition eines kleineren, eigenständigen Dienstes wie Pandora, Deezer oder Tidal nicht ausgeschlossen, um gegen Mega-Konzerne wie Apple (Music), Google (Play Music) und Amazon (Prime Music) nicht unterzugehen.

Reizvolle Konditionen für Investoren

Spotify lockt potenzielle Investoren darüber hinaus mit reizvollen Konditionen, wie musicbusinessworldwide.com mit Berufung auf die schwedische Zeitung "Dagbladet" berichtet: Wie aus geheimen Ausschreibungsunterlagen hervorging, garantiert Spotify jedem neuen Investor vier Prozent Zinsen auf dessen Anlage.

Würde Spotify dann innerhalb eines Jahres an die Börse gehen, könnten die Investoren ihre Geldanlage in Aktien umwandeln – und erhielten dabei 17,5 Prozent Rabatt auf den Eröffnungswert. Sollte der Börsengang sich länger hinauszögern, steigt die Ermäßigung auf 20 Prozent.

Musicbusinessworldwide.com rechnet in einem Gedankenexperiment vor, dass ein einzelner Investor die kompletten 500 Millionen US-Dollar aufbringt und Spotify noch in diesem Jahr an die Börse geht. Mit einer garantierten Verzinsung von vier Prozent und 17,5 Prozent Ermäßigung auf das Aktienpaket (das direkt nach dem Erwerb wieder für den vollen Preis abgesetzt werden müsste), ließen sich so recht leicht 108 Millionen US-Dollar erwirtschaften. Die Künstler, die mit ihrer Musik das Wachstum von Spotify erst ermöglichen, sähen davon jedoch keinen Cent.

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