09.02.2015  Recorded Music  Digital+Mobil

Spotify-Vergütung: Wer verdient wie viel?

 

Paris/Stockholm – Nur 68 Cent pro Spotify-Abo von 9,99 Euro im Monat werden an Musiker ausgeschüttet. 2,08 Euro behält Spotify selbst ein und der Löwenanteil von 4,56 Euro geht an die Plattenfirmen. Das errechnete Ernst & Young in einer Studie. Damit erhalten die Musiker im Durchschnitt mit nur sieben Prozent der Erlöse.

Die Wirtschaftsprüfer von Ernst & Young haben im Auftrag des Verbands der französischen Musikindustrie Syndicat National de l'Édition Phonographique (SNEP) analysiert, wer welche Anteile der Spotify-Monatsgebühr von 9,99 Euro erhält. Diesen Betrag zahlen Nutzer monatlich, um Musik werbefrei im Stream hören zu können.

Die Prüfer fanden heraus, dass Spotify 2,08 Euro einbehält, 1,67 Euro Steuern zahlt und insgesamt 6,24 an die Musikindustrie weiterreicht. Davon behalten die Labels wiederum 4,56 Euro ein und zahlen an Songwriter und Komponisten 1 Euro aus, an Musiker wiederum nur 68 Cent. Die Zahlen beziehen sich auf den französischen Markt. Die Beträge seien aber mit Deutschland vergleichbar, so der SNEP-Generaldirektor Guillaume Leblanc.

Die französische Musikbranche argumentiert in der Studie, dass Plattenfirmen nur 5 Prozent ihres Anteils als Gewinn melden können, da Produzenten, Tontechniker, Studiomieten, Marketing und Vertrieb finanziert werden müssen. Den Reingewinn splittert Ernst & Young wiefolgt auf: Spotify hat einen Gewinn von 10 Cent, die Plattenfirmen gewinnen 26 Cent pro Spotify-Abonnent und die Künstler machen mit 68 Cent den höchsten Gewinn.

Diese Zahlen geben nun sowohl der Musikbranche, die das Streaming-Modell verteidigt, als auch Künstlern wie Taylor Swift, Herbert Grönemeyer, Farin Urlaub und Thom Yorke, die sich vom Streaming ausgebeutet fühlen, Argumentationsgrundlagen. Einerseits scheint der an Künstler ausgezahlte Betrag verschwindend gering, andererseits stehen die Künstler beim Reingewinn an erster Stelle. Der britische Künstler Billy Bragg argumentierte auf seiner Facebook-Seite bereits, dass die Künstler alte Verträge mit den Labels lieber neu verhandeln sollten, um am Streaming mitzuverdienen, anstatt es zu kritisieren.

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