25.07.2012  Recorded Music  International

Spotify US feiert Einjähriges: Wie schlägt sich der Streaming-Dienst?

 

New York – Spotify ging am 14. Juli 2011 in den USA an den Start. Wie schlug sich der Streaming-Dienst in dieser Zeit im Vergleich zu digitalen Downloads, Pandora, Vevo und YouTube? "Billboard" gibt anhand von comScore- und Nielsen-Daten Auskunft.

Spotify vs. Pandora

Pünktlich zum Jubiläum veröffentlichte Spotify erstmals seine US-Nutzungszahlen: Demnach wurden in dem einen Jahr 13 Milliarden Songs über Spotify gestreamt. "Billboard"-Autor Glenn Peoples vergleicht diese Zahl zunächst einmal mit dem Webradio Pandora, das zwischen Mai 2011 und April 2012 auf insgesamt 9,69 Milliarden Stunden Nutzungsdauer kommt. Bei einer durchschnittlichen Song-Dauer von 3,5 Minuten wären das 166,1 Milliarden Songs in zwölf Monaten.

Allerdings räumt Peoples ein, dass Pandora in den USA bereits viel etablierter ist. Zudem würden Hörer mit On-Demand-Streaming-Dienste interagieren. Bei Webradios lasse man sich einfach berieseln und komme so automatisch auf mehr Songs in derselben Zeit.

Spotify vs. Vevo & YouTube

Im Vergleich zu Vevo steht Spotify ganz gut da. Laut comScore wurden zwischen Juli 2011 und Juni des laufenden Jahres 8,3 Milliarden Musikvideos über Vevo gestreamt. Gegen YouTube sieht Spotify dagegen wieder alt aus: Die Google-Tochter kommt laut "Billboard" auf 192,4 Milliarden Streams.

Spotify vs. Downloads

Single-Downloads würden Spotifys Streams in den Schatten stellen, heißt es weiter. In den vergangenen zwölf Monaten wurden in den USA laut Nielsen 1,31 Milliarden Songs heruntergeladen. Dies werfe Einnahmen in Höhe von circa 1,05 Milliarden US-Dollar an die Labels ab. Setze man bei Spotify eine Pro-Stream-Rate von 0,5 Cent an – was sehr großzügig ist, so Peoples – käme man auf 65 Millionen Dollar für die Labels.

Streaming braucht Zeit

Wie genau Spotify Labels bezahle, sei kompliziert, der Einfachheit halber rechne Peoples deshalb mit 0,5 Cent pro Stream. Im Vergleich zu bezahlten Downloads wirkten die Zahlen winzig, allerdings dürfe man nicht vergessen, dass auch digitale Downloads nicht von Anfang an durch die Decke geschossen seien. iTunes startete seinen Service 2003. Im gesamten Jahr 2004 hätten US-Konsumenten 142,6 Millionen Songs heruntergeladen, etwa 100 Millionen Dollar gingen an die Labels.

Zudem hätte nicht nur Spotify im vergangenen Jahr Einnahmen generiert. Auch Rhapsody mit einer Million Abonnenten sowie Muve Music mit 500.000 Abonnenten würden den Labels und Künstlern Geld bringen. Man sollte also noch nicht zu früh ein Urteil über Spotify und Co. fällen. In Schweden beispielsweise generierten Streaming-Dienste wie Spotify im ersten Quartal einen signifikanten Teil des Gesamtumsatzes auf dem Musikmarkt.

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