24.01.2014  Recorded Music  Digital+Mobil

Spotify-Chef Daniel Ek kritisiert Beats Music: "eine Celebrity-Marke aufs Produkt geklascht"

 

London/Los Angeles - In den USA ist diese Woche mit Beats Music ein neuer Streaming-Dienst gestartet. Streaming-Konkurrent und Spotify-Chef Daniel Ek sieht den neuen Dienst kritisch, denn ursprünglich hat Beats Electronics nur die Kopfhörer Beats by Dr. Dre produziert. "Unser Methode ist nicht, einfach eine Celebrity-Marke aufs Produkt zu klaschen und darauf zu hoffen, dass das so passt", zitiert ihn "Billboard".

"Wir sind ein Produkt-Unternehmen", betont Daniel Ek in dem Interview mit "Billboard". "Es haben schon viele Leute versucht, ein Marke mit einem Produkt zu verknüpfen und dachten, dass das ausreicht – und sind dann damit gescheitert: Microsoft, Nokia – viele große Unternehmen".

Außerdem sehe sich Spotify weder als Konkurrent zum Internet-Radio Pandora, YouTube oder iTunes. "Wir wollen kein Radio-Dienst sein. Wir wollen nicht der Ort sein, dan dem man sich ein Musikvideo und als nächstes ein Katzenvideo ansieht. Wir wollen der Ort sein, an dem die Leute ihre Musik speichern und sammeln, wo man Playlisten für seiner Dinner-Party und sein Workout erstellt". In dem Sinne sei iTunes eher ein Konkurrent als Pandora, da es für viele Leute der Speicherort ihrer Musik sei. Dennoch seien iTunes und Spotify im Grunde schwer vergleichbar, da das eine auf Eigentum basiert und das andere auf Verfügbarkeit aus der Cloud.

So erklärt sich Ek auch die Kritik, die vielerorts auf Streaming-Dienste wie Spotify einprasselt. Thom Yorke von Radiohead hatte sich beispielsweise im Juli über Twitter über die geringen Beträge geklagt, die beim Künstler ankämen. Später sagte er zudem, dass Spotify die Majors und damit ein altes Modell des Musikgeschäfts unterstütze und daher "der letzte verzweifelte Furz einer sterbenden Leiche" sei. Laut Daniel Ek sei es für viele schwer derzeit die Relevanz von Streaming zu erkennen, da es noch in den Kinderschuhen steckt. "[Yorke] sieht sich das Ganze an und sagt wenn ich eine Million Downloads hätte, dann würde ich eine Million Dollar bekommen – also ist Spotify schlecht. Aber der Unterschied ist, dass er anstatt der Streams keine Million Downloads hätte, denn sie sind nicht vergleichbar."

Wie vielfach davor schon erklärte Daniel Ek im Interview mit "Billboard" erneut, dass es um Verhältnisse geht. In seiner Heimat Schweden streamen ein Drittel der Bevölkerung und Streaming macht 70 Prozent aller Einnahmen auf dem Tonträgermarkt aus. "Künstler sollten heutzutage alle Optionen offen halten, denn verschiedene Kunden wollen verschiedene Dinge."

Seit Dezember gibt es Spotify in einer kostenlosen, werbefinanzierten Variante auf sämtlichen Geräten: Desktop-PCs, Laptops, Tablets und Smartphones mit Android- oder iOS-Bertriebssystem. Außerdem hat Spotify nun auch außerhalb der USA die zeitliche Einschränkung des werbefinanzierten Streamings aufgehoben. Mittlerweile ist Spotify in 55 Ländern weltweit verfügbar.

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