14.02.2012  Recorded Music  Digital+Mobil

Spotify: CEO Daniel Ek verteidigt Streaming-Dienste

 

New York – Daniel Ek, CEO von Spotify, hat in einem Interview den Vorwurf, Straming-Dienste würden Song- und Album-Downloads den Rang ablaufen und so für weniger Einnahmen für Künstler sorgen, abgewehrt. Zeitgleich veröffentlichte die Future Of Music Coalition eine Studie, laut der kaum ein Musiker etwas an digitalen Musikdiensten verdient.

In dem Interview mit grammy.com betont Spotify-Chef Daniel Ek, dass es keinerlei Daten gebe, die nahelegten, Künstler verkauften mehr Songs und Alben, wenn sie sich von Streaming-Diensten fernhielten. Im Gegenteil: Daniel Ek wies auf den aktuellen Digital Music Report der IFPI hin, laut dem Album-Verkäufe in den USA erstmals seit 2004 wieder angestiegen sind – im selben Jahr, in dem Spotify in den USA lanciert wurde.

Der CEO fährt fort, Spotify-User seien dieselben User, die sich früher sämtliche Songs über YouTube oder Torrent-Seiten besorgt hätten. Indem man diesen Usern einen fesselnden Musikdienst biete, hole man sie nach und nach auf die legale Seite, nachdem sie jahrelang im Regen stehen gelassen worden seien. Die meisten von Spotifys 2,5 Millionen Abonnenten zahlten 120 US-Dollar im Jahr – doppelt soviel wie ein durchschnittlicher iTunes-User. Daniel Ek: "Wollt ihr eure Alben wirklich Leuten vorenthalten, die gerade wieder für Musik bezahlen?"

Im vergangenen Jahr machten Coldplay Schlagzeilen, als sie verkündeten, ihr Album "Mylo Xyloto" zur Veröffentlichung nicht auf Spotify und Co. im Stream anzubieten. Auch Tom Waits will seine Musik nicht auf Streaming-Portalen sehen. Zudem hat kürzlich ebenso Ex-Beatle Paul McCartney seine Musik von Streaming-Diensten abgezogen, berichtet Cnet.

Etwa zur gleichen Zeit, im Rahmen des SFMusicTech Summit am 13. Februar in San Francisco, veröffentlichte die Future Of Music Coalition eine Studie. "Tausende Künstler" seien interviewt worden, mehr als die Hälfte der Befragten gab an, noch keine Einnahmen aus Streaming-Diensten wie Spotify, Rhapsody und Co. erhalten zu haben. Bei Online-Radios wie Pandora lag die Zahl sogar noch höher. Laut Studie ist iTunes nach wie vor die digitale Einnahmequelle Nummer eins. Ebenfalls bemerkenswert: Ein Drittel gab an, noch nie irgendeine Form von Vergütung aus irgendeiner digitalen Quelle – weder Streaming noch Downloads – erhalten zu haben.

Allerdings waren unter den Interviewten laut "Digital Music News" auch Mitglieder von Orchestern, Musiker, die ihn Orchestergräben von Theatern spielen und sogar Session-Musiker, die für einzelne Studio-Sessions gebucht werden können. Dass diese Künstler mit Streaming-Diensten und Online-Radios nicht viel anfangen können, sei klar.

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