30.08.2011
International
Enfield/London - Neuesten Berichten der Zeitung "The Telegraph" zufolge soll die Verwüstung des Sony-DADC-Geländes ursprünglich nicht auf die Krawalle, sondern auf eine professionelle Diebesbande zurückzuführen sein.
So heißt es die Bande habe den Raub vorher genau geplant und die Krawalle als Ablenkung genutzt. Die Einbrecher sollen sich beinahe zwei Stunden mit speziellem Schneidewerkzeug am Hochsicherheitszaun zu schaffen gemacht haben, bevor sie das Sony DADC betraten, berichtet eine Quelle dem "Telegraph". Danach sollen sie Waren mithilfe von mehreren Lastwägen vom Gelände gebracht haben.
Erst als sie sich mit dem Diebesgut aus dem Staub machten, sollen sie die Randalierer aufgefordert haben, ebenfalls auf dem Sony DADC einzubrechen und Waren zu entwenden, um ihre Spuren zu verwischen. Als die jugendlichen Randalierer auf dem Gelände gesichtet wurden, war die ursprüngliche Diebesbande bereits verschwunden, so der "Telegraph" weiter. Die Sicherheitskräfte des Sony DADC hatten gegen die Einbrecher keine Chance, da die Polizei bereits mit den umliegenden Krawallen alle Hände voll zu tun hatte.
Bislang hieß es, Randalierer wären am 8. August in das Sony DADC eingebrochen, hätten einige Artikel gestohlen und das Gelände angezündet . Bei dem Brand des Sony DADC sei der gesamte Bestand zerstört worden – neben Sony-Produkten wurden auch viele Disks von anderen Unternehmen, unter anderem vom Indie-Vertrieb PIAS, dort hergestellt und gelagert. Insgesamt seien 25 Millionen CDs, DVDs, Blu-rays und Videospiele zerstört worden – allein die Verluste der von PIAS vertriebenen Labels belaufen sich auf 3,2 Millionen Disks.
Sollte sich der Bericht des "Telegraph" jedoch bewahrheiten, kann davon ausgegangen werden, das viele Teile des Bestandes nicht verbrannt sind, sondern als Diebesgut entwendet wurden. Weder Sony noch die Londoner Polizei wollten sich zu den Behauptungen äußern.
Sony hat das Geschäft mittlerweile in zwei Ausweichlagern und -produktionsstätten wieder aufgenommen .