29.06.2010
Digital+Mobil
Hamburg - Sabine Leutheusser-Schnarrenberger kritisierte in einem Interview mit dem "Spiegel" Apples Datenschutzpolitik. Der Konzern lege weder offen, welche Daten zu welchem Zweck erhoben würden, noch über welchen Zeitraum dies geschehe.
Damit reagierte die Bundesjustizministerin auf die vor kurzem veröffentlichten Datenschutzrichtlinien von Apple, in denen es heißt, das Unternehmen könne Daten zum Standort von Apple-Produkten erheben, nutzen und weitergeben, um verschiedene Dienste anbieten zu können - wie etwa das Orten eines Mobiltelefons bei Verlust. In den Richtlinien heißt es weiter, die Daten würden anonym erhoben - Details bleibt Apple jedoch schuldig.
Laut Sabine Leutheusser-Schnarrenberger wäre es "undenkbar", würde Apple Persönlichkeits- und Bewegungsprofile seiner Nutzer erstellen. "Hier sehe ich Apple in der Bringschuld, die von Steve Jobs vielbeschworene Transparenz auch tatsächlich umzusetzen", zitiert "Der Spiegel" die Bundesjustizministerin. "Ich erwarte, dass Apple deutschen Datenschützern Einblick in die Datenbanken gewährt."
Das deutsche Datenschutzrecht sieht vor, dass Verbraucher genau aufgeklärt werden und der Nutzung ihrer Daten ausdrücklich zustimmen müssen. Es muss die Möglichkeit geben, der Nutzung der Daten zu widersprechen. In Apples Datenschutzerklärung wird auf eine solche Möglichkeit nicht hingewiesen.