10.02.2012
International
New York – Cary Sherman, President der Recording Industry Association Of America (RIAA), hat Google, Wikipedia und andere Websites für ihre Rolle bei der öffentlichen Meinungsbildung zum Thema Stop Online Piracy Act (SOPA) kritisiert. Aus Protest gegen das Anti-Piraterie-Gesetz hatte sich Google auf seiner Homepage gegen SOPA ausgesprochen. Wikipedia hatte seine englische Seite vorübergehend für einen Tag vom Netz genommen.
Google, Wikipedia und andere Websites hätten SOPA zu unrecht mit Zensur gleichgesetzt, so Sherman weiter. Wikipedia und Google geben würden sich als neutrale Informationsquellen ausweisen, ihre Position jedoch dazu missbrauchen, aus Selbstzweck unvollständige und irreführende Informationen zu verbeiten. SOPA sei ein ein gut durchdachter Gesetzesvorschlag gewesen.
Doch nicht nur Google und Wikipedia hatten ihre Bedenken gegen SOPA geäußert. Schon vor den Blackouts der Websites wendeten sich die ersten Politiker, die das Anti-Piraterie-Gesetz zunächst befürwortet hatten, von der Vorlage ab. Auch diverse Entertainment-Unternehmen , die sich zuletzt für SOPA eingesetzt hatten, sprachen sich bereits Anfang Januar auf Druck der Öffentlichkeit hin gegen SOPA aus. Dass die Gesetzesvorlage auf Eis gelegt werden würde, stand Mitte Januar – noch vor dem Wikipedia-Blackout – fest.