11.03.2014  Recorded Music  Wirtschaft

SOMM: Abwärtstrend in der MI-Branche

 

Berlin – Die deutsche Musikinstrumenten- und Musikequipment-Branche verzeichnete im vergangenen Jahr einen leichten Umsatzrückgang von 1,9 Prozent auf 897 Millionen Euro. Dies geht aus dem Konjunkturbericht des Spitzenverbands Society Of Music Merchants (SOMM) hervor.

Im Vergleich zum 2012 wurden in der Musikinstrumenten- und Musikequipment-Branche im Vorjahr 18 Millionen Euro weniger umgesetzt. Die Mehreinnahmen in Bereichen wie Recording Hardware, Beschallung, Computer-Software, Kabel, Licht-Equipment und Zubehör sowie andere elektronische Produkte konnten den Umsatzrückgang um 1,9 Prozent auf 897 Millionen Euro nicht auffangen. Die Bereiche Schlagzeug & Percussion, Blas-, Saiten- und Tasteninstrumente sowie Mikrofone, Kopfhörer und DJ-Equipment verloren zu stark an Kraft, heißt es in einer Mitteilung des SOMM.

Gründe

Zum einen habe die schwache Konjunkturentwicklung in Deutschland und Europa zu einer defizitären Marktentwicklung geführt. Zum anderen nehme die Zahl fachfremder Online-Händler, welche die MI-Branche als profitablen Markt für sich entdeckt hätten, zu, heißt es weiter.

Herausforderungen seien zudem "ein stark umkämpfter Freizeitmarkt" sowie "fehlende oder nicht stattfindende Musikunterrichtsstunden an allgemeinbildenden Schulen". SOMM-Verbandsgeschäftsführer Daniel Knöll kommentiert diese Entwicklung wie folgt: "Der für die MI-Branche wichtige Erstkontakt und begleitete Umgang mit einem Einstiegsinstrument in Schulen wird so nicht mehr gewährleistet. Ausbleibendes und mangelndes Interesse am aktiven Musizieren und an künstlerischen Schaffensprozessen sind unter anderem die Folge. Das schlägt sich wiederum deutlich spürbar auch auf die Umsätze und Absätze des Musikfacheinzelhandels und somit auf die Einträglichkeit der Industrie nieder. Schwindende Kundschaft aufgrund ausbleibender musikalischer Bildung bekommen alle Marktteilnehmer deutlich zu spüren."

Auch der nach wie vor anhaltende Strukturwandel innerhalb der Branche führe zum Umsatzrückgang. "Die Umstellung auf das Onlinegeschäft und der Umgang mit neuen Absatzwegen sowie die Konzentration des traditionellen Facheinzelhandels hemmen die über Jahre eingespielten Verkaufsprozesse und stellen Hersteller und Händler vor immer neue Aufgaben", so Knöll.

Hintergrund

Die Umsätze der MI-Branche werden von der International Music Industry Statistics (IMIS) ermittelt. "Die IMIS ermöglicht in monatlicher Abstufung die Erkennung von Trends und Jahreszyklen und verschafft Handel und Herstellern mehr Verständnis und Marktnähe", heißt es auf der Website des SOMM. Der Umsatz werde zu Endverbraucherpreisen ermittelt – anhand der freiwilligen Branchenstatistik der SOMM, an der sich insgesamt 32 Unternehmen beteiligen.

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