31.03.2015  Recorded Music  Wirtschaft

"Reeperbahn Festival – Echo Edition 2015" zur "Leitstudie" der Musikwirtschaft

 

Berlin - Am Tag der Echo-Verleihung luden Hansestadt und Reeperbahn Festival zur vierten "Reeperbahn Festival – Echo Edition" in die Berliner Landesvertretung Hamburgs. Beflügelt von der Olympia-Bewerbung präsentierte sich Hamburg wieder einmal selbstbewusst als Musikstadt. In der sei auch die Idee der Studie zur volkswirtschaftlichen Relevanz der Musikwirtschaft geboren, die Thema des Empfangs war.

„Soll Berlin ruhig über Popkultur reden, wir reden übers Business und feiern trotzdem“, mögen sich Hamburgs Kultursenatorin Prof. Barbara Kisseler und Staatsrat Wolfgang Schmidt, Bevollmächtigter Hamburgs beim Bund, denken. Die Hansestadt wird 2025 nicht nur wichtigster Musikstandort Deutschlands, so die Prognose der Hamburger Handelskammer, sondern auch Austragungsort der Olympischen Spiele, so die Überzeugung von Kisseler und Schmidt. Olympia sei auch eine Leistungsschau der Musik, meinte Schmidt. Und für die gelte es noch Künstler auf Weltniveau zu entwickeln. Kisseler beglückwünschte den BVMI-Vorstandsvorsitzenden Prof. Dieter Gorny zur Ernennung zum Beauftragten für kreative und digitale Ökonomie durch Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel. Das werde der Szene einen „unglaublichen Auftrieb“ verleihen.

Eigentliches Thema der "Reeperbahn Festival – Echo Edition 2015" war aber die gemeinsam von Branchenverbänden erstellte Studie zur volkswirtschaftlichen Relevanz der Musikwirtschaft. Die Basis für die gemeinsame Studie habe der Musikdialog Hamburg geschaffen, so Kisseler. Acht Verbände beteiligen sich an der Studie, nämlich Bundesverband Musikindustrie (BVMI), Bundesverband der Veranstaltungswirtschaft (bdv), Deutscher Musikerverleger-Verband (DMV), Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten, Live Musik Kommission, Society of Music Merchants, Verband der Deutschen Konzertdirektion und Verband unabhängiger Musikunternehmen. Die Kosten in Höhe von 100 000 Euro werden zu gleichen von privater und öffentlicher Hand getragen. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und die Senatskanzlei Hamburg steuern jeweils ein Viertel bei. Kisseler setzt darauf, dass die Studie nicht nur die „Durchdringung der Gesellschaft mit Musik“ aufzeigt, sondern auch belastbare Aussagen dazu liefert.

Näheres zu Methodik, Durchführung und Zielen war im anschließenden Panel, an dem BVMI-Vorstandsvorsitzender Prof. Dieter Gorny, DMV-Vorstandsmitglied Lars Ingwersen und bdv-Präsident Prof. Jens Michow sowie der Leiter der Studie Prof. Dr. Wolfgang Seufert, Direktor des Instituts für Kommunikationswissenschaften an der Universität Jena, teilnahmen. Bestimmt werden soll, so Seufert, die Beschäftigtenzahl in der Musikwirtschaft und deren Relation zur Gesamtbeschäftigtenzahl in Deutschland sowie das dabei erzielte Einkommen und dessen Relation zum Gesamteinkommen von Medien- und der Gesamtwirtschaft. Außerdem soll die Rentabilität in verschiedenen Teilen der Musikwirtschaft ermittelt werden. Handlungsempfehlungen würden Teil der Studie sein. Es ginge auch, so Michow, um die Bedeutung der Musikwirtschaft als Standortfaktor. Und um die Definition, wer eigentlich zur Musikwirtschaft gehört, wie Ingwersen ergänzt. Die Musikwirtschaft sei weitaus größer, als sie wahrgenommen werde, ihre Aufgabenteilung für außenstehende kaum darstellbar. Die „Leitstudie für künftige Studien“ würde die Zahlen anderer Studien in Frage stellen, sagte Gorny, weil sie genauer sei. Er wünscht sich Fakten, um der Unwissenheit in der Politik zu begegnen.

Die gerade begonnene Umfrage soll Ende Mai abgeschlossen sein. 5000 Unternehmen und Einzelpersonen nehmen daran teil. Die Beantwortung der Fragen würde rund zwei Stunden Zeit dauern, wie Seufert erklärte. Er betonte mehrmals, dass die Daten anonym erhoben werden und mehrere Filter für Datensicherheit sorgen. Die Verbände seien nun gefordert, ihre Mitglieder und insbesondere die großen Musikunternehmen von der Wichtigkeit der Studie zu überzeugen. Jeder Teilnehmer sei Nutznießer der Ergebnisse. Das „Kompendium von Argumenten für den politischen Raum“, wie Gorny die Studie bezeichnete, soll beim dritten Musikdialog Hamburg am 23. September vorgestellt werden.

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