24.08.2010  Recorded Music  International

RIAA: "US-Urheberrecht funktioniert nicht"

 

Aspen - Cary Sherman, Präsident der RIAA, hat erneut betont, dass der amerikanische Digital Millenium Copyright Act (DMCA) Urheber nicht ausreichend schützt. Es sei schlicht nicht möglich, sämtliche Orte, wo Urheberrechte verletzt werden, zu identifizieren und dagegen Maßnahmen zu ergreifen.

Laut Sherman enthalte der DMCA Schlupflöcher, die es den Internet Service Providern (ISP) erlauben, einfach wegzusehen, wenn ihre Kunden das Netz für illegale Downloads nutzen.

Der komplexe und umstrittene DMCA wurde 1998 ins Leben gerufen - nach jahrelangen Verhandlungen mit Breitbandanbietern, Internetunternehmen und der Content-Industrie. Eine Schlüsselstelle des Gesetzes besagt, dass Unternehmen nicht für das Bereitstellen kopiergeschützer Inhalte zur Verantwortung gezogen werden können, solange sie die fraglichen Inhalte nach einmaliger Aufforderung vom Server nehmen.

Laut Sherman suche man den Dialog mit ISPs, Web-Hosts, Zahlungsdiensten und Suchmaschinen gleichermaßen. Man bevorzuge Übereinkünfte mit diesen "Zwischenhändlern". Sollte es allerdings eine rechtliche Lösung für das Problem geben, sei man auch damit einverstanden.

Lance Kavanaugh, Produktberater bei YouTube, vertritt die Ansicht, der DMCA erfülle seinen Zweck ausreichend. Er stelle eine Balance her, die es kleinen, aufstrebenden Unternehmen ermöglicht, Fuß zu fassen, ohne sich sofort vor rechtlichen Konsequenzen fürchten zu müssen. Dies sei eine Voraussetzung für Amerikas Vorreiterrolle bei der Entwicklung innovativer Web-Ideen.

Cary Sherman lobte erst vor Kurzem das Vorgehen YouTubes bei der Entfernung kopiergeschützer Inhalte. Allerdings könne Google den Filterprozess jederzeit einstellen, solange man auf Aufforderungen, die Inhalte wieder zu löschen, reagiere. Weitere Konsequenzen habe der Internetgigant nicht zu erwarten.

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